Mein Haus in ein Stiftungsvermögen einbringen?

Stehen Sie und Ihr/e Partner/in vor der Frage, was mit Ihrem über Jahrzehnte liebevoll hergerichteten und gepflegten Gebäude passieren soll, wenn Sie nicht mehr da sind?

Üblicherweise wird das private Vermögen, auch das eigene Haus, an die Kinder vererbt. Aber nicht immer sind Kinder da, nicht immer wollen sie das Haus, oder – auch das kommt vor – nicht immer sollen sie es bekommen. Bei vielen IgB-lern kommt hinzu, dass es sich nicht einfach nur um ein Haus handelt, sondern um ein mit viel Mühe und Herzblut vor dem Untergang gerettetes, aufwändig saniertes und jahrzehntelang gehegtes und gepflegtes Schmuckstück – ein Stück Lebensgeschichte. Für die Eigentümer stellt es einen ungeheuren Wert dar, einen Wert, den Dritte oft gar nicht erfassen können. Einen Teil des persönlichen Lebenswerks, vielleicht sogar das Lebenswerk.

Aber was geschieht nach dem Tod der Eigentümer? Findet sich ein sensibler neuer Eigentümer? Findet sich eine angemessene Nutzung, die den langfristigen Erhalt des Gebäudes als Zeugnis vergangener Zeiten sicherstellen kann?

Viele von uns empfinden diese Fragen als schwierig und belastend, schieben sie von sich weg. „So alt bin ich ja noch nicht, dass ich mir darüber Gedanken machen müsste“, hört man dann. Aber wäre es nicht ein gutes Gefühl, wenn man seine Sachen geordnet hat, falls doch einmal etwas passiert?

Im Folgenden zeigen wir auf, welche grundsätzlichen Gestaltungsmöglichkeiten über die Stiftung und das Sondervermögen IgB bestehen. Wenn dabei verkürzt vom Sondervermögen IgB gesprochen wird, ist das Sondervermögen IgB in der Stiftung trias gemeint.

Jede Gestaltung zum Erhalt des Gebäudes unter Einbeziehung der Stiftung trias bzw. des Sondervermögens IgB setzt voraus, dass man willens ist, sein Grundstück mit Haus und Hof unentgeltlich an die Stiftung bzw. an das Sondervermögen IgB zu übertragen. Dies kann zu Lebzeiten oder auch für den Todesfall geschehen. Jedenfalls muss aber zu Lebzeiten eine umfassende Abstimmung zwischen dem bisherigen Eigentümer und der Stiftung bzw. dem Sondervermögen IgB erfolgen. Dies reicht von der Ermittlung der Vorstellungen des bisherigen Eigentümers und seiner Ausgangslage bis zum Abschluss eines, die individuellen Bedürfnisse treffenden Schenkungsvertrages oder Testaments. Ein Anwalt oder Notar wird so gut wie immer, ein Steuerberater von Fall zu Fall hinzugezogen werden.

Im Rahmen dieser Gespräche wird auch frühzeitig geklärt werden, ob die gewünschte zukünftige Nutzung und auch das Haus selbst überhaupt für eine Übernahme in das Stiftungsvermögen in Frage kommen. Denn nur wenn eine realistische Chance besteht, dass das Objekt und die beabsichtigte Nutzung auch langfristig tragfähig sind, kann eine Einbringung erfolgen.

Sofern diese Voraussetzung vorliegt, wird zwischen den Beteiligten geklärt, ob eine Einbringung in das Stiftungsvermögen zu Lebzeiten erfolgen soll. Eine solche Schenkung kann auch mit der Maßgabe erfolgen, dass Wohnrechte des bisherigen Eigentümers vereinbart werden. Das Erbschafts- und Schenkungsrecht bietet insoweit viele Gestaltungsmöglichkeiten.

Alternativ besteht die Möglichkeit, eine solche Vereinbarung im Rahmen eines Testaments festzuhalten.

Möglichkeiten der Zusammenarbeit – Was könnte mit dem Haus geschehen?

Das würden wir mit Ihnen besprechen. Einerseits haben Sie vielleicht schon konkrete Vorstellungen über die zukünftige Nutzung: Weiterhin als Wohnhaus oder eine dem Gemeinwohl verpflichtete Nutzung, z. B. für die Jugendarbeit, die Dorfgemeinschaft oder als Museum?

Andererseits bringt die Stiftung trias durch ihre 15-jährige Erfahrung mit Projektinitiativen vielleicht neue Ideen mit in das Gespräch. Unserer Auffassung nach sollte eine Gebäudenutzung gesucht werden, bei der die neuen Eigentümer bzw. Besitzer das Gebäude in Ihrem Sinne erhalten und nutzen und die zugleich die Arbeit der IgB unterstützen. Über einen Erbbaurechtsvertrag lässt sich so etwas rechtssicher vereinbaren. Erläuterungen dazu geben wir gerne.

Es sei auch erwähnt, dass sich die erforderlichen Abstimmungsgespräche oft über einen längeren Zeitraum hinziehen und in der Regel mehrere Gespräche notwendig sind. Sie sollten deshalb die Leistungen Ihrer Gesprächspartner auch honorieren. Selbst wenn die Beschenkte in 20 oder 30 Jahren ein erhebliches Vermögen erhält, muss sie ihre laufenden Kosten jetzt schon decken. Wir freuen uns daher über jede Spende an das Sondervermögen IgB oder die IgB selbst.

Und was wäre nun mein erster Schritt?

In einem ersten Schritt werden Sie sich bitte – ggf. zusammen mit Partner/Partnerin und Kindern – darüber klar, was sie möchten. Steuerliche und rechtliche Fragen sollten vorerst ruhig einmal zur Seite geschoben werden. Das Schenkungs- und Erbrecht ist komplexer als gemeinhin angenommen, bietet aber auch mehr Möglichkeiten als viele denken.

Nehmen Sie dann in einem zweiten Schritt Kontakt mit uns auf. Im persönlichen Gespräch werden wir versuchen, Ihre Absichten nachzuvollziehen und in Lösungen umzusetzen. An einem solchen Gespräch kann selbstverständlich auch eine Vertrauensperson oder Ihr Rechtsanwalt teilnehmen.

Ansonsten käme die juristische Beratung auf jeden Fall im nächsten Schritt dazu.