Fachwerkkonstruktion

Die Fassade des Wohnhauses war stark in Mitleidenschaft gezogen und in der Vergangenheit zum Teil auch nicht fachgemäß und nur notdürftig repariert worden.

Die Schwellen auf der Süd-, West- und Nordseite mußten komplett erneuert werden. In der ersten Etage musste das gesamte Rähm ausgetauscht werden. Alle Ständer mussten also neu verbunden, einige vollständig ersetzt werden. Eine Begleiterscheinung einer solchen Fachwerksanierung ist, dass die Gefache – die Wandteile zwischen den Fachwerkbalken – herausfallen und erneuert werden müssen. Der Lehm aus diesen Gefachen wurde trocken gelagert und bei dem späteren Aufbau der Wände wieder genutzt.

Alle Fachwerkbalken wurden in sehr mühsamer und staubiger Arbeit von dem alten Anstrich befreit.

Die nach der Fachwerksanierung entstandenen über 100 offenen Gefache wurden mit Lehmsteinen und Lehmmörtel wieder geschlossen. Bei den 98 noch geschlossenen Gefachen musste der Oberputz, der zum Teil aus Zement und einem Füllmaterial aus Resten von Backsteinen und Dachziegeln bestand, entfernt werden. Das dann freigelegte Geflecht wurde nach historischem Vorbild mit einer Lehm-Kuhdung Mischung wieder verputzt und nach historischem Vorbild aufgearbeitet. 

Die dann mit Lehmsteinen und Lehmputz wieder geschlossenen Gefache wurden anschließend von einer Fachfirma mit einem Kalkmörtel verputzt und mit einer Sumpfkalkschlemme in hellgelbem Farbton Schutz gestrichen. Alle Fachwerkbalken wurden vor dem Verputzen mit Leinöl vorgestrichen. Nachdem die Gefache verputzt waren, wurden sie mit Ölfarben auf ökologischer Basis in einem Hellbraun gestrichen. Die äußeren Fensterrahmen erhielten als farblichen Kontrast einen türkisfarbenen Anstrich.

Die Ideen für die Farbgestaltung des Hofes bildeten sich im Laufe der Sanierung heraus. Sie entwickelten sich sowohl aus dem Bezug zum Haus als auch aus Farbbefunden, die bei der Renovierung entdeckt wurden. Anhand der im Nachhinein gefundenen Fotos von Hausansichten wurde deutlich, dass die neue Farbgebung des Hauses ziemlich genau der ursprünglichen Hausgestaltung entsprach.

Marodes Fachwerk: Der zur "Reparatur" verwendete Zementmörtel beschleunigte noch den Verfall
An der Fachwerkkonstruktion waren großflächig Reparaturen notwendig
Fassade mit gereinigtem, repariertem und neuem Fachwerk
Freigelegtes Gefach mit Staken und Flechtwerk