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Das ist die Freiheit, die uns gefällt!

Ich werde Christine und Harald Walker direkt vor ihrem Hof im Mindener Land treffen. Das Anwesen von 1875 liegt mitten in den Feldern, in der Nachbarschaft ein paar weitere alte Höfe. Harald hatte mir den Weg ausführlich erklärt, aber im Zweifelsfall sollte ich nach einem Wohnmobil mit niederländischem Kennzeichen Ausschau halten. Ich bin sehr froh, dass ich mir ein Navi ausgeliehen habe, sonst hätte ich mich hier heillos verfahren. Die Stimme aus dem Navi, weiblich und mit französischem Akzent, weist mir die letzte Abbiegung an und ich parke neben dem Wohnmobil ein.

Walkers kommen mir samt Wolfgang Riesner, der den Kontakt vermittelt hat, entgegen. Sie sehen sympathisch aus, wirken wie ein Paar, das gut miteinander im Reinen ist, harmonisch. Nach einer Begrüßung und ein paar Worten verabschiedet sich ihr Architekt Wolfgang Riesner in seinen Feierabend. Ob ich vor dem Interview den Hof und das Grundstück sehen will? Natürlich will ich.
Die beiden haben den alten Vierständerhof im Frühjahr 2011 erworben und pendeln seither alle zwei bis drei Wochen von ihrem Wohnort in der Nähe von Amsterdam hierher. Sie wollen den sehr ursprünglichen Hof in den nächsten Jahren sanieren lassen und peu à peu ihren Lebensmittelpunkt nach Deutschland verlagern.

Christine, die Gartenbegeisterte, führt mich zunächst ums Haus herum, vorbei am ziemlich kaputten, unter Denkmalschutz stehenden Backhaus. Dahinter haben die beiden einen kleinen Garten angelegt. „Natürlich können wir hier nur Dinge anbauen, die ohne ständige Bewässerung auskommen, weil wir nicht so oft hier sind“, erklärt Christine. Im Beet wachsen Bohnen, Salat, Kohl, Tomaten und Kräuter. Daneben experimentieren sie gerade mit Kartoffelanbau in einem mit Stroh bedeckten Hügelbeet. Als sie den Hof gekauft haben, war der Dachboden vollgestopft mit Stroh, und sie versuchen, es noch sinnvoll im Garten zu verwenden.

Der Blick kann in die Ferne schweifen

Das auf mich sehr romantisch wirkende Haupthaus ist von rund 4.000 Quadratmetern Land umgeben. Vor dem Haus alte Eichen, die den Hof schützen, einen unter Denkmalschutz stehenden Brunnen gibt es und einen Schuppen, der schon bessere Tage gesehen hat. Die Landschaft ist weit, offen, der Blick kann in die Ferne schweifen. Am Horizont beginnen die Hügel des im Weserbergland liegenden Wiehengebirges und rahmen das Ganze in natürlicher Weise ein.

Harald kommt ursprünglich aus Bocholt in Nordrhein Westfalen, Christine ist Amerikanerin. Vor zehn Jahren zog das Paar in die Niederlande. Ihnen gehört ein Reiheneckhaus in der Nähe von Amsterdam, in Fahrradnähe beackern sie dort einen großen Schrebergarten. Harald arbeitet in der IT-Branche als Software-Entwickler in Amsterdam, nebenberuflich ist er freier Fotograf. Christine war früher als klassische Musikerin und Musiklehrerin tätig, erstellt heute jedoch vegane Rezepte und veröffentlicht sie im Internet.

Auf meine Frage, warum es sie nach Deutschland zieht, antworten sie: „Wir suchen in erster Linie Raum, Ruhe und Natur, möchten die Jahreszeiten mehr erleben!“ In der Stadt bekämen sie kaum mit, was draußen passiert. Hier, auf dem Land, können sie morgens Nebel sehen und Rehe oder Igel. Es herrsche immer eine wunderbare Ruhe. In Holland, nahe an der Metropole Amsterdam, hören sie immer Fluglärm und Tag und Nacht das Rauschen der Autobahn. In der Tat ist auf ihrem Flecken Erde eher das Rauschen des großen Walnussbaumes und das Tropfen des einsetzenden Regens zu hören, sonst nichts.

Wir wechseln vom Außenbereich ins Haus und stehen inmitten einer großen Diele. Links und rechts gehen die klassischen Viehkammern ab. Im hinteren Bereich liegt der Wohntrakt, darüber der Kornboden. Über Diele und Kornboden füllt ein riesiger Boden für Heu und Stroh den gesamten Dachraum. Das Anwesen wurde seit den 70er Jahren nicht mehr bewohnt und ist dadurch in einem sehr unberührten Zustand. Ein Bad gibt es gar nicht, vermutlich stand früher ein Plumpsklo hinter dem Haus. Die Küche ist sehr einfach, aber dafür mit einem Räucherofen ausgestattet. Das Haus ist nach Ansicht von Fachleuten in relativ gutem Zustand, nur das Dach war im Laufe der Zeit immer wieder kaputt. Der größte Schaden besteht am Schornstein, durch immer wieder einlaufendes Wasser ist das Holz weggerottet.  

Wissensvermittlung

Walkers werden den Hof hauptsächlich als Wohnhaus nutzen, wollen Wohnen und Arbeiten kombinieren. Sie planen, die maßgeblichen Räume – Schlafen, Küche, Bad und Büro – barrierefrei im unteren Bereich einzurichten, damit sie auch im Alter dort bleiben können. Im oberen Bereich werden das Wohnzimmer, Gästezimmer, ein Fotostudio und Freiraum entstehen. Nach ihrer Übersiedelung aus den Niederlanden wollen sie sich stärker auf die Erstellung und Verbreitung veganer Rezepte inklusive Kochkurse konzentrieren. Dafür sind die Diele und der große Dachboden als Gruppenraum ideal. Nach der kompletten Übersiedlung ins Mindener Land werden die beiden ihre Themen Garten, Kochen und Kultur auf vielfältige Weise verbinden, denn die Wissensvermittlung ist ihr großes Thema. Wissen über ökologischen Gemüseanbau im eigenen Garten inklusive vergessener Gemüsesorten, über veganes Kochen und viele andere Dinge. Der Garten kann später auch besichtigt werden.

Mittlerweile sitzen wir bei Tee und Kuchen im Wohnmobil. Der Regen trommelt aufs Dach, selbst die alte Hündin, die es liebt, draußen zu liegen, ist dem Regen gewichen und hat sich zu uns gesellt. Christine und Harald Walker erzählen von der Häusersuche und wie langwierig und schwierig sie war. Ursprünglich wollten sie einfach nur mehr Platz und eine freie Aussicht haben und suchten einen neuen Ort in den Niederlanden. Doch das Land ist klein, die Suche gestaltete sich komplizierter als erwartet. Dann fanden sie einen holländischen Hof, der ihnen im Prinzip gefiel, aber zu klein war. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Suche intensiviert und auf Deutschland ausgeweitet. Harald als gebürtiger Bocholter wäre auch gerne in seine Heimat zurückgegangen, doch die Angebote dort kamen entweder nicht in Frage oder waren unbezahlbar. Über das Internet und über Hörensagen suchten sie eine ganze Zeit in den ländlichen Räumen Deutschlands. Schauten sich Objekte im Osten an, und landeten schließlich nach einer Stippvisite in der Eifel im Mindener Raum.

Entweder das Haus passt oder es passt nicht!

Harald war bei der Suche auf die IgB gestoßen und hatte Wolfgang Riesner kennengelernt. Eigentlich sollte der das Paar als Architekt zu einem Objekt begleiten. Doch der Bauernhausliebhaber, der ehrenamtlich die Mindener Bauernhausbörse betreibt, schüttelte gleich viele alte, leerstehende Höfe aus dem Ärmel. „Wir sind einen Tag um die zehn Höfe abgefahren, haben sie von außen angesehen und Fotos gemacht“, erinnert sich Christine. Sowohl Harald wie auch Christine machten sich Notizen auf einer Liste nach dem Motto: wie ist das Gefühl, was fällt dir dazu ein? „Das sind oft Sekundenentscheidungen, wie bei vielen Dingen im Leben. Entweder das Haus passt oder es passt nicht“, so Harald. Am Ende dieses Tages präsentierten sich die beiden ihre Nummer eins – beide hatten dasselbe Haus gewählt. Die Entscheidung war gefallen.

Das Wohnmobil, in dem wir das Interview führen, ist seither alle zwei bis drei Wochen ihr vorübergehendes Zuhause. Es ist gut ausgestattet, bietet genügend Komfort für sie und ihre Hündin. Sie kommen zu Arbeitseinsätzen in ihr künftiges Zuhause, entrümpeln, räumen die Mengen von Stroh heraus, haben den kleinen Garten angelegt. Im ebenfalls leerstehenden Nachbarhof dürfen sie Dusche und Toilette nutzen. 

Wir wurden als Fremde total offen empfangen

Die Familien der drei bewohnten Nachbarhöfe leben schon immer dort, sind eine gewachsene Gemeinschaft. Harald und Christine Walker zeigen sich sehr berührt im Gespräch, dass die Nachbarn sie einfach aufgenommen haben. „Diese Leute unterstützen einander, helfen einander, passen aufeinander auf. Und sie haben uns als Fremde total offen empfangen. Wenn wir Hilfe benötigen, bekommen wir sie!“ Hilfe beim Balkenschleppen, beim Wiesemähen oder bei anderen anstehenden Arbeiten. Die Nachbarn sind einfach auf sie zugegangen. Um zu zeigen, dass auch sie sich am Dorfleben beteiligen wollen,  gingen die Walkers zum Osterfeuer, tranken dort Schnaps mit der Bürgermeisterin und den Leuten von der Freiwilligen Feuerwehr. Das wiederum wird von der Dorfgemeinschaft deutlich wahrgenommen und gewürdigt. Christine, die einen abenteuerlichen Sprachmix aus Niederländisch, Deutsch und Amerikanisch spricht, ist ganz entzückt, dass ihre überwiegend Plattdeutsch sprechenden Nachbarn sie verstehen. Als Dankeschön für die Einladungen bringen die beiden Veganer Marmeladen, Aufstriche und andere Köstlichkeiten mit. 

 „Wenn man bereit ist, ein Teil der Dorfgemeinschaft zu werden, bekommt man auch etwas von der Dorfgemeinschaft zurück“, hat der 40jährige Harald erfahren. Sie wollen sich langsam aber beständig in diese Gemeinschaft einfügen. „Wir akzeptieren die Art und Weise, wie unsere Nachbarn ihr Leben leben, und hoffen, dass sie dasselbe mit uns tun. Wenn wir zu einem Grillfest eingeladen sind, können wir als Veganer1 ja auch nach dem Grillen erscheinen und ein Bier mit den Nachbarn trinken. Oder wir bringen etwas von unseren Essenssachen mit“. 

Spektakuläres Licht

Christine Walker wirkt sehr begeisterungsfähig. Sie liebt den Hof schon jetzt über alles. Doch besonders ins Schwärmen gerät die 60jährige, wenn sie vom Einfall des Lichts erzählt. „Das Licht, das nachmittags kommt, ist in allen drei Räumen spektakulär. Du schaust nicht nur in diese wunderschöne Landschaft, nein, sie kommt mit dem Licht zu dir herein. Die Obstbäume, der Gemüsegarten direkt vor der Küche, du bekommst ein Gefühl von Ganzheit, von eins mit dem Land sein.“ Auch Harald bekommt leuchtende Augen, wenn er erzählt, wie die Sonne im Laufe des Tages um das ganze Anwesen herumwandert. Ihm gefällt besonders die Aussicht, man könne direkt bis zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal „durchschauen“. Die Felder, die hinter dem Hof liegen, sind im Landschaftsschutzgebiet, eine Garantie, dass die Landschaft auch in Zukunft so offen bleiben wird.

Bautechnisch gesehen ist das Paar mit seinem Hof gerade in der Planungsphase. Eine Zeichnung des Hauses wurde erstellt, die Schäden kartiert. Jetzt werden Anträge in Sachen Dorferneuerung und Denkmalschutz gestellt. Anschließend wird sich ergeben, welches die nächsten baulichen Schritte sind. Sie hoffen, dass Ende dieses Jahres das Dach dicht ist, „damit nicht der erste Sturm den Schornstein umweht. Wir würden uns freuen, wenn wir Ende nächsten Jahres teilweise bewohnbare Bereiche hätten. Das wird insgesamt 2 bis 5 Jahre dauern. Natürlich wäre es einfacher gewesen, uns ein fertiges Haus von der Stange zu kaufen. Aber da wir noch in Holland wohnen und arbeiten, haben wir Zeit, um uns langsam hier ein neues Leben aufzubauen“, erklärt Harald. Trotzdem spricht er auch von der Doppelbelastung, die zwei Haushalte, zwei Gärten und das ständige Hin- und Herfahren plus seine 40-Stunden-Arbeitswoche mit sich bringt. Das solle niemand unterschätzen, der so etwas plant.

Bei der Auswahl der Handwerkerinnen und Handwerker verlassen sie sich auf den Rat und das große Netzwerk ihres Architekten Wolfgang Riesner. Grundsätzlich sind ihnen lokale Firmen an liebsten, weil sie damit auch die regionale Wirtschaft unterstützen. „Für uns müssen keine Firmen hunderte von Kilometern anreisen, nur damit es billiger wird. Wenn wir etwas gegen die Landflucht machen wollen, müssen hier die Arbeitsplätze gesichert werden. Und es wird von der Dorfgemeinschaft hier gewürdigt werden, wenn wir Aufträge ans Handwerk vor Ort vergeben“, ist sich das Paar sicher.

Dieser Hof bietet so viele Perspektiven!

In der Zwischenzeit hat es aufgehört zu regnen, die Sonne bricht durch die Wolken, von den Eichen fallen noch einzelne Tropfen. Christine und Harald Walker beginnen unruhig zu werden. Sie haben noch einiges zu tun an diesem Wochenende, werden weiter aufräumen und im Garten arbeiten. Eine letzte Frage sollen sie mir noch beantworten, denn ich will schon wissen, was ihnen dieser Hof bedeutet. Schließlich nehmen sie sehr viel an Kilometern und harter körperlicher Arbeit auf sich, mal abgesehen von einem Wohnortwechsel in ein anderes Land. Die Antworten der beiden sind ähnlich und doch anders akzentuiert. Für Christine bietet sich hier die Chance, „die Zukunft in einer Art und Weise zu gestalten, wie wir es wollen.“ Der Hof bedeutet für sie eine gewisse Kontinuität, eine Verbindung mit der Geschichte und Vergangenheit des Platzes. „Ich nutze Dinge, die gut und hilfreich gewesen sind, belebe sie wieder, und zeige auf positive Art und Weise, wie Menschen in Verbindung mit der Erde leben können“. Darauf will sie gemeinsam mit ihrem Mann aufbauen, will neue Technologien nutzen, ohne die alten wegzuwerfen.

Harald stimmt zu und ergänzt: „Dieser Hof bietet uns so viele Perspektiven, neue Sachen und Ideale auszuprobieren und zu leben. Sehr vieles von dem, was wir hier machen werden, ist noch unbekannt, und das ist gerade die Freiheit, die uns gefällt!“

Wir verabschieden uns nach einem intensiven Interview. Die beiden krempeln die Ärmel auf, um weiter an ihrem Traum zu bauen. Ich schalte das geliehene Navi ein und frage mich während der Rückfahrt, ob ich eigentlich so lebe, wie ich es mir erträumt habe. Und welchen Preis ich bereit wäre zu zahlen, um meine Träume zu verwirklichen.

Michaela Töpfer

Harald Walker hat eine Internetseite über den Hof, wie er aussieht und welche Fortschritte der Umbau macht, eingerichtet: www.thiemanns-hof.de

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1 Vegan essende Menschen verzehren bewusst keine Tiere und keine Produkte, die von Tieren stammen. Die Gründe hierfür sind vielfältig, sie können  ethisch,  politisch, persönlich und vieles mehr sein.

Blick aus der alten Küche in den Garten
Mehrere Lagen Putz i. d. Küche m. unterschiedl. Farben u. Dekoration

Informationen zum Hof Thiemann

zusammengestellt vom Architekten Wolfgang Riesner

Der Hof Thiemann liegt zusammen mit weiteren kleinbäuerlichen Stätten im Außenbereich in historischer Streubesiedlung der Gemarkung des Dorfes Bierde. Bereits der preußische Urhandriss zeigt 1827/28 den Hof mit zwei Vorgängerbauten und noch zwei benachbarten Stätten. Die Entstehungszeit der Höfe ist nicht bekannt.

Das heute noch bestehende, 1875(i) datierte Haupthaus weist eine Reihe interessanter Details auf. Einerseits zeigt es die charakteristischen Elemente eines traditionellen 4-Ständer-Fachhallenhauses der Region. Zu nennen sind hier die Mittellängsdiele mit anschließendem Kammerfach und darüber befindlichem Kornboden, das Eichenfachwerk mit den aussteifenden Streben und Kopfbändern oder das Kehlbalkendach mit seinen Steckwalmen und den Geckpfählen an beiden Giebeln. Andererseits finden sich verschiedene innovative Veränderungen des traditionellen Gebäudekonzeptes, die schließlich im Ziegelziermauerwerksbau der Bauernhäuser der Region münden. So wird das Erdgeschoß des Kammerfachgiebels bereits komplett aus Ziegeln anstatt in Fachwerk gebaut. Die Feuerstelle liegt nicht mehr im Flett sondern wird in einer separaten Küche, die halb ins Kammerfach reicht, mit Rauchhaube und Schornstein errichtet. Diese Küche erhält eine großzügige Belichtung durch zwei bleiverglaste Fensterelemente. Wegen des dort befindlichen Waschortes mit dem Spülstein wurde das feuchtigkeitsgefährdete Außenwandfachwerk in diesem Bereich auf einen erhöhten Ziegelsockel gestellt. Das Flett, das in seiner klassischen Form durch die separate Küche nicht mehr notwendig ist, entfällt. Die beiden Luchten verkümmern zu schmalen Fluren zur Erschließung der Außentüren in den Traufwänden und der Treppe zum Kornboden. Dennoch werden sie in Erinnerung an den traditionellen Luchtbalken durch verbreiterte und von Knaggen unterstützte Riegel besonders betont. Das Fachwerk wird nicht mehr im gebundenen System abgezimmert, bei dem Sparren, Deckenbalken und die sie tragenden Wandständer jeweils in einer Achse stehen. Die Position der Wandständer nimmt auf die Lage der Deckenbalken keine Rücksicht mehr. Um die Diele dennoch mit den traditionell üblichen, dekorativen Kopfbändern ausstatten zu können, werden bei fehlenden Wandständern in der obersten Gefachreihe in der Achse der Deckenbalken kurze Beistiele eingefügt, in die die Kopfbänder eingezapft sind. Eine weitere moderne Änderung des traditionellen Hauskonzeptes stellt die Schaffung zusätzlicher Kammern in den Abseiten dar.

Besondere Beachtung verdient die Eindeckung des Hauses mit Krempziegeln, die früher weit verbreitet waren, inzwischen aber nur noch sehr selten anzutreffen sind. Gleiches gilt auch für die beiden Geckpfähle, die, wenn auch beschädigt, am Haus noch original erhalten sind. Damit überliefern sie Konstruktion und Gestaltung dieses regional sehr unterschiedlich erstellten Schmuckelementes für die Zeit um 1875 im Raum Bierde.

Kontextspalte

Christine und Harald Walker

Alle nachfolgenden Fotos: Chr. + H. Walker

Architekt Wolfgng Riesner b. d. Schadenskartierung
Christine erntet frische Kräuter f. d. Abendessen
Thiemanns Hof mit Garten
Ortsbegehung mit Wolfgang Riesner (Architekt) und Hanspeter Rhode (Zimmermeister)
Deele des Hofes bei der ersten Besichtigung
Alter Torbalken mit Inschrift
Thiemanns Hof umgeben von hohen Bäumen, Ackerland und ein paar Nachbarhöfen
Thiemanns Hof, südwestliche Seite
Alte bleiverglaste Fenster der Küche
Fachwerk
Das Haus hat jetzt auch wieder eine Hausnumer
Alter Brunnen nb. d. Haus
Erste Kartoffelernte aus dem Garten
Christine bewässert die Strohballen
Gedeckter Campingtisch für das erste Abendessen im neuen Garten
Harald bei dem Versuch, die Wiese mit der Sende zu mähen
Verwitterter originaler Geckpfahl, bei dem aber die ursprüngliche Form noch zu erahnen ist.