Märkische Weihnachtspyramiden

Kein anderes Fest im Jahreslauf ist heute so stark ausgeprägt und augenscheinlich wie Weihnachten. Ob Gläubige oder Atheisten – dem Fest des Lichtes und der Geburt Christi will und kann sich kaum jemand entziehen. Am Heiligen Abend sind die Kirchen voller denn je und in manchen Stadtkirchen müssen sogar "Schichten gefahren" werden. Neben der heutzutage schon oft übertriebenen Ausschmückung von Häusern, bei der offenbar zum Teil Kopf und Kragen riskiert werden, um mit Lichterketten die Konturen des neuen Eigenheims in der Dunkelheit präsentieren zu können, sorgen in neuerer Zeit natürlich auch erzgebirgische Schwibbögen, Adventskränze und zahlreiche andere Dekorationen für vorweihnachtliche Stimmung.

Der Weihnachtsbaum

Das wichtigste Element und Sinnbild weihnachtlichen Schmuckes ist heute selbstverständlich der Weihnachtsbaum. Am Heiligen Abend wird er möglichst in der "Guten Stube" aufgestellt und mit Lichtern und Baumschmuck versehen. Die Palette dieser Zier reicht von rustikal über elegant und einfarbig bis kunterbunt. In unmittelbare Nähe zum Weihnachtsbaum gehört der Gabentisch.

Der schon seit langem zur Tradition gewordene Weihnachtsbaum fand jedoch erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts seine allgemeine Verbreitung. Zunächst beschränkte sich sein Gebrauch auf herrschaftliche und gehobenere bürgerliche Kreise sowie auf die Haushalte der Pfarrhäuser. Von hier aus hielt der Christbaum dann allmählich in die weihnachtlichen Stuben der unteren sozialen Schichten wie auch in die der Bauernhäuser Einzug.

Urkunden aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts aus Südwestdeutschland nennen erstmalig einen Weihnachtsbaum als "Maye". Bereits um 1600 "Auff Weihenachten richtett man Dannenbäume zu Straßburg in der Stubben auf, daran henckett man roßen aus vielfarbigem Papier geschnitten, Äpfel, Oblaten, Zischgold, Zucker..." und von 1601 ist eine Abbildung mit einem Gabenbaum datiert.

Aus dem natürlichen Gaben-Behang (z. B. Früchte, figural geformtes Gebäck und Zuckerzeug) entwickelte sich besonders während des 19.Jahrhunderts der künstliche Baumbehang aus Glas, Blech, Pappe und Watte. Der Kerzenschmuck am Weihnachtsbaum hat seine Anfänge im 18. Jahrhundert. Für das benachbarte Mecklenburg gibt es zum Beispiel die frühesten Schriftbelege über "Lichter" bzw. "Wachsstöcke zum heiligen Christ Baum" aus den Jahren 1772 und 1783. Erst mit der Erfindung der Stearinkerze um 1830 und dann endlich 1871 mit der Herstellung von weißen Paraffinkerzen stand für die breite Masse der Bevölkerung ein erschwinglicher Lichtspender zum Weihnachtsfest zur Verfügung.

Die Weihnachtspyramide

Mit der Benutzung des Lichtschmucks am Weihnachtsbaum einher ging offenbar die Entwicklung von Lichtergestellen, die regional verschieden ausgebildet waren. In diesem Zusammenhang sei auf einen Kupferstich von 1830 verwiesen. Er zeigt auf einem Gabentisch zwei schlichte Pyramiden als Lichtergestelle ohne Flügelräder zwischen denen ein mit Äpfeln behängter Weihnachtsbaum steht. In der Mark Brandenburg und einigen angrenzenden Landschaften war die Weihnachtspyramide verbreitet. Für Berlin gibt es einen literarischen Frühbeleg aus dem Jahre 1791. Diese Pyramide darf hier nicht mit der aus gedrechselten Holzsäulchen etagenweise aufwendig gefügten Pyramide aus dem Erzgebirge verwechselt werden, die heute das geläufige Bild einer Weihnachtspyramide schlechthin darstellt. Dennoch gingen freilich auch die erzgebirgischen Weihnachtspyramiden aus den schlichter gestaltet Exemplaren hervor.

Die brandenburgische Weihnachtspyramide besteht in ihrer Grundform aus vier hölzernen Ständern, die zueinander so in obere und untere Bretter oder Leisten gefügt sind, daß sie die Form einer hohen langgestreckten Pyramide bilden. Die vier Ständer tragen in der Regel die Lichterhalter. In ihrer vollendeten Form besitzt die brandenburgische Pyramide eine drehbare Mittelachse, die mit Hilfe eines an seinem oberen Ende angebrachten Flügelrades durch die Wärme der Lichter in Drehung versetzt wird. Auf den an der Achse befindlichen Etagen fanden dann hauptsächlich Tierfiguren Platz, die in der Bewegung wohl schnell die Kinderaugen in ihren Bann zu ziehen vermochten. Der untere Teil der Pyramide bestand in der Regel aus einem quadratischen Brett mit vier Füßen und war nach außen mit einem zierlichen Zaun abgegrenzt. Dieses als Paradies bzw. Paradiesgarten bezeichnete Terrain pflegte man gewöhnlich mit Moos auszulegen um dann darin Tierfiguren oder auch eine Weihnachtskrippe zu stellen. Dies brachte der Pyramide gelegentlich auch den Namen "Paradies" ein. Die vier Ständer der Weihnachtspyramide waren manchmal mit Tannengrün, zuweilen auch mit Buchsbaumzweigen versehen – häufig aber auch mit grünem Papier. Alte fotografische Abbildungen zeigen die Pyramide mit Christbaumschmuck, wie z.B. Glaskugeln und Watteengel.

Ein Blick in die Heimatliteratur

Wie steht es nun mit der regionalen Überlieferung dieses doch bei uns einst weitverbreiteten Weihnachtsutensils. Aus den Veröffentlichungen in der "Zauche- und Fläming-Heimat" aus den dreißiger und vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts stehen uns einige Aufsätze mit Informationen zum Thema zur Verfügung. Von Oskar Brachwitz erfahren wir z.B., daß man im Treuenbrietzener Raum die Pyramide als Weihnachtssonne bezeichnete. Er nannte zehn Treuenbrietzener Familien, bei denen er 1934 noch Pyramiden im Gebrauch sah und er berichtete weiter aus den Dörfern Pechüle und Schlalach von dessen Nutzung. Ausgehend vom Begriff Weihnachtssonne sah Brachwitz einen sinnbildlichen Zusammenhang des Flügelrades als Sonnensymbol für Zeit der Sonnenwende und somit "Anklänge an altgermanische Kultvorstellungen". Er warb – offensichtlich vergeblich – um die Wiederbelebung der Pyramide, wofür er das im Besitz des Treuenbrietzener Heimatmuseums befindliche Exemplar als Model zum Nachbau anbot.

Auch Wilhelm Lept aus Marzahna berichtet 1935 von einem "...Holzgestell. das jedes Jahr mit frischen Tannenzweigen beflochten und mit 'Pfenningstückchen', einem Gebäck aus Honigkuchenteig, und Aepfeln und Nüssen behangen wurde. Oder eine Pyramide, mit grünem Papier bewickelt, oben mit einer Sonne die auf einer Mittelachse befestigt war und tanzte, wenn die Lichter brannten. Daran waren runde Scheiben aus Pappe, worauf eine Jagd oder mehrere Reiter aufgestellt waren, die dann mittanzten". 

Noch aufwendiger als Oskar Brachwitz betreibt der Blönsdorfer Pfarrer Otto Bölke in seinem 1939 erschienenen Aufsatz "Unse Drehje-Boom" die Sinnbilddeutung, von der wir hier lieber Abstand nehmen wollen. Eine Beeinflussung durch die volkskundliche Literatur jener Zeit ist unverkennbar. Für uns sei daraus lediglich von Interesse, daß die Weihnachtspyramide im Fläming bei Jüterbog und Wittenberg als "Drehje-Boom" oder "Dreh-Boom" bezeichnet wurde. Als weiteres interessantes Kontruktionsdetail nennt er " ... vier in den vier Enden des großen Radkreuzes unten aufgestellte Halbbogen bei dem Gestell des "Dreh-Booms" ... , die – wie die drei Holzringe – auch mit ganz hellgrünem, sogenannten maigrünem Papier umwickelt werden, und an die ebenfalls vor allem Früchte, wie Aepfel und Nüsse u. a., gehängt werden. ..."
Sehr aufschlußreich sind auch die 1942 veröffentlichten Schilderungen von Webermeister Paul aus Treuenbrietzen: "In der Zeit zwischen 1870 und 1880 hatten die meisten Leute in Treuenbrietzen eine Weihnachtspyramide. Nur wenige hatten schon einen Weihnachtsbaum. Wer geschickt war, baute sich seine Pyramide selbst, andere ließen sich eine Pyramide machen oder kauften sich eine beim Drechsler Neumann, wo immer welche zum Verkauf standen. ... Unten an der Pyramide war ein Kasten, der mit Moos ausgelegt war, in dem allerhand Tiere aufgebaut waren, wie Hirsche, Rehe, Hasen. Die Tiere wurden nicht selbst geschnitzt, sondern vom Kaufmann geholt. Es gab damals nur einen einzigen richtigen Kaufmann, er hieß Sasse. ... Die Weihnachtspyramide wurde reichlich mit Zuckerzeug behängt und mit zwölf Lichtern versehen. Wenn dann die Lichter brannten, drehte sich oben die Sonne. Manche hatten auch ein Glockenspiel, das dann wunderschön spielte. Damit sich der Mittelstab mit der Sonne recht leicht drehte, stand seine untere Spitze auf Glas. ... Seit ungefähr 30 Jahren sind die Weihnachtspyramiden abgekommen, nur ganz selten trifft man sie noch in der Stadt. ..."

Am Schluß der Literaturschau sei noch ein Blick in den Südosten der ehemaligen Provinz Brandenburg geworfen. 1933 schreibt Walther Hempel im "Heimat-Kalender des Kreises Züllichau-Schwiebus" sehr anschaulich aus seinen Kindheitserinnerungen: "... Schon acht Tage vor dem Christfest holte der Meister den Drehbaum vom Boden, den letzten seiner Art in meiner Heimatstadt an der brandenburgisch-polnisch-schlesischen Grenze. Dann stellten wir uns auf Zehenspitzen, reckten und streckten uns und drückten unsere Stulpnasen an den niedlichen Scheiben platt, um zu sehen, wie der Böttcher mit der Weihnachtspyramide verfuhr. Zuerst staubte er sie mit Besen und Tuch ab. Dann musterte er den Aufbau mit prüfenden Blicken. Wie liebkosend fuhr er mit seinen abgearbeiteten Händen an dem Zäunchen entlang, das den quadratischen Schemel des Drehbaums umgab, als ob er jede Latte auf ihre Festigkeit proben wollte. Dann beschaute er die senkrechte, 1 1/2 m lange Achse, die der Stern von Bethlehem krönte und setzte die vierseitige Pyramide in knarrende Bewegung. Nun fuhr der Pinsel mit grüner Farbe über den Drehbaum und verlieh ihm ein neues, hoffnungsfrohes Gewand. Die Kantenleisten strahlten bald in brennendem Rot und der das ganze krönende Stern, in sattem Gelb. Ein paar Tage später ging es ans Schmücken der Pyramide. In die Löcher der dreieckigen Seitenbretter kamen Tannenzweige, an die Nägel Pfennigzeug und Zweipfennigzeug, Buntpapierguirlanden schwangen sich von Kante zu Kante, und schließlich kletterten die 12 dicken Lichte an den Kantenleisten empor. Auf dem Moospolster des Drehbaumschemels aber machten sich die Herden der die heilige Familie aufsuchenden Hirten bequem, und in einiger Entfernung vom bethlehemitischen Stall nahten die Könige aus dem Morgenland."

Ein seltener Fotobeleg

Pünktlich zur Weihnachtszeit erschienen nacheinander am 20. und 24. November 1897 große Anzeigen im "Zauch-Belziger Kreisblatt". Das Fotoatelier von H. Zernsdorf aus Belzig warb um Kundschaft mit der Bitte, "Aufträge zum Weihnachtsfest ... rechtzeitig aufgeben zu wollen". So kam es wohl auch zu einem Foto auf der "Alten Mühle" in Gömnigk. Die zu Weihnachten 1897 entstandene Aufnahme ist Bestandteil zweier heute noch erhaltener Fotoalben mit Abbildungen vom Grundstück der wohlhabenden Müllerfamilie. Zur Mahl- und Schneidemühle gehörte auch noch eine große Landwirtschaft. Die damals entstandene Aufnahme zeigt die vierköpfige Familie Schiering in einem vornehm bürgerlich eingerichteten Zimmer. Vor einem Fenster steht ein kleiner Gabentisch, der deutlich von einer hohen Weihnachtspyramide beherrscht wird. Diese mit einem Flügelrad ausgestattete Pyramide war mit Fichtenzweigen versehen und mit Baumschmuck jener Zeit behangen. Von Heimatverbundenheit zeugt übrigens auch ein auf dem Klavier stehendes Foto der Kirche des Nachbarortes Rottstock, zu der die Alte Mühle früher eingepfarrt war. Ebenfalls auf der Abbildung aus Kleinmachnow ist ein Foto der dortigen Kirche präsent.

Zwei Weihnachtspyramiden aus Nichel

1995 entdeckte der Verfasser auf dem Wassermühlengrundstück in Nichel Reste zweier Weihnachtspyramiden, dessen Teile zerstreut auf einem Dachboden zwischen anderem verstaubten Gerümpel lagen. Auf Grund der Kenntnis aus den oben zitierten Beschreibungen war eine Deutung des Fundes überhaupt erst möglich. Die Entscheidung zur Aufbewahrung der Pyramidenreste fiel angesichts des schlechten Erhaltungszustandes und der vielen fehlenden Teile nicht leicht. Jedoch reizte es, diese so seltenen Zeugen einer früheren Weihnachtskultur zu erhalten, bzw. wieder entstehen zu lassen. Für eine Rekonstruktion waren genügend Teile vorhanden, wenn auch die meisten von ihnen ersetzt werden mußten. Die letzte Besitzerin aus der Müllerfamilie (Jahrgang 1923), die 1995 ihr Grundstück verließ, lernte das Aufstellen dieser Weihnachtspyramiden in ihrer Kindheit nicht mehr kennen.

Übrigens erinnert sich die in Nichel aufgewachsene und wohnhafte Mutter des Verfassers (Jahrgang 1922) noch daran, daß bis zum zweiten Weltkrieg in einem Nachbarhaus noch anstatt des sonst schon gebräuchlichen Weihnachtsbaumes eine Pyramide stand.

In den ersten Monaten des Jahres 2001 wurden nun vom Verfasser die Weihnachtspyramiden nach den vorhandenen Befunden und unter Verwendung der noch brauchbaren Originalteile rekonstruiert. Die erste der beiden Pyramiden erhebt sich aus einem dunkelgrünen Paradiesgarten, dessen Zaunspitzen rot abgesetzt sind. Die vier Pyramidensäulen fußen im Paradies und laufen oben in einem kleinen Brett zusammen. Sie sind – wie die Mittelsäule – mit grünem fransig geschnittenen Papierstreifen spiralförmig beklebt. Es entsteht dadurch eine Art künstliches Tannengrün. In mittlerer Höhe steckt auf den rundgehobelten Säulen jeweils eine gedrechselte rote Kugel. Die Mittelsäule besitzt vier runde dunkelgrüne Etagen aus dicker Pappe, welche durch gedrechselte Holzkonsolen gestützt werden. Zum leichteren Drehen ist ihr oben und unten ein Drahtstift eingefügt. Unten steht sie auf einer kleinen Blechplatte und oben läuft sie durch eine gedrechselte mit einer Blechscheibe versehenen Holzbuchse. Auf dem oberen Drahtstift steckt schließlich das Flügelrad, von welcher leider das Mittelstück zur Aufnahme der Flügel fehlte. Anhand von zwei erhalten gebliebenen Flügeln aus Pappe ließ sich ein Rad mit achtzehn Flügeln rekonstruieren, die mit Hilfe von untergeklebten Holzleisten im Mittelteil stecken. Auf dem Rücken der hellgrünen Flügel kleben jeweils zwei achtzackige Papiersterne. An den Resten der vier Originalständer fanden sich nur Spuren einer Lichttülle. So konnten nur die dünnen Bohrungen an den Zaunpfählen des Paradieses und oberhalb der Kugeln der vier Säulen zur Befestigung von weiteren gedrechselten Lichttüllen mit Hilfe von Draht gedient haben. Die zwölf Lichter entsprechen damit auch der in der Literatur angegebenen gebräuchlichen Zahl. Die Maße dieser Pyramide betragen: Gesamthöhe = 112 cm, Paradies = 40 x 40 cm und Durchmesser des Flügelrades = 62 cm.

Das zweite Exemplar ist etwas anders und einfacher aufgebaut. Während man bei der ersten Pyramide den Eindruck von Vollkommenheit hat, die sicher auf eine gewerbliche Herstellung deutet, so besticht die zweite durch ihre Schlichtheit, die wohl eher einer Hofwerkstatt entstammt. Außerdem ist es hier die Pyramide selbst die sich um die Mittelachse drehen läßt und damit dem oben genannten Begriff Drehbaum entspricht. Ein originaler Fuß war nicht vorhanden. Die vier in einem Leistenkreuz fußenden Ständer der dunkelgrünen Pyramide sind jeweils mit drei grob geschnitzten braunen Kerzenhaltern versehen. Wie dieses Exemplar ausgeschmückt war, läßt sich nicht mehr nachvollziehen. Vermutlich befestigte man Nadeloder Buchsbaumzweige mit Draht um die Ständer. An den Kerzenhaltern ließ sich mit Schnüren Behang anbringen. Die Höhe der Pyramide beträgt 91,5 cm und die Maße des Holzkreuzes sind 40,5 x 40,5 cm. Das Alter der beiden Stücke läßt sich nur schätzen. Die erste Pyramide dürfte der Zeit um 1900 entstammen. Die zweite geht dieser in ihrer Entwicklung eindeutig voraus. Vermutlich haben sich noch vereinzelt alte Weihnachtspyramiden im Besitz traditionsbewußter Familien erhalten. Das oben durch Oskar Brachwitz erwähnte Exemplar des Treuenbrietzener Heimatmuseums ging – vermutlich durch Kriegsverlust – verloren, wie auch das des ehemaligen Zauche-Museum in Beelitz. In den Nachbarkreisen zeigen alljährlich die Heimatmuseen in den Städten Jüterbog, Dahme und Luckau ihre schönen Pyramiden. Auch das Perleberger Museum in der Westprignitz, das in diesem Jahr sein einhundertjähriges Jubiläum feierte, besitzt in seiner Sammlung eine Weihnachtspyramide. Die beiden restaurierten Pyramiden aus Nichel gehören inzwischen zum jährlich Weihnachtsschmuck im Haushalt des Verfassers. Sie teilen sich ab Heilig Abend das Terrain mit einem Weihnachtsbaum.

(Überarbeitete Fassung des gleichnamigen Beitrages aus: Zwischen Havelland und Fläming – Heimatkalender für den Landkreis Potsdam-Mittelmark, 2002)

Quellenverzeichnis:

  • Zauch-Belziger Kreisblatt, gebundener Jahrgang, Belzig 1897.
  • Heimat-Kalender des Kreises Züllichau-Schwiebus, Züllichau 1933.
  • Zauche- und Fläming-Heimat, Beilage der NS-Zeitung "Der Streiter", Treuenbrietzen, Ausgaben: Nr. 13/1934, Nr. 40/1935, Nr. 24/1939, Nr. 24/1942.
  • Spamer, Adolf: Die Deutsche Volkskunde, Band 2: Bilderatlas, Leipzig 1935.
  • Beitl, Richard: Deutsche Volkskunde, Berlin 1937.
  • Strobel, Hans. Bauernbrauch im Jahreslauf, Leipzig 1937.
  • Spamer, Adolf: Weihnachten in alter und neuer Zeit, Jena 1937.
  • Spamer, Adolf: Deutsche Volkskunst Sachsen, Weimar 1954.
  • Distler, Günther: Die Entwicklung der Beleuchtung, Informationsblätter des Fränkischen Freilandmuseums Bad Windsheim, 1986.
  • Gawlick, Henry: Schimmelreiter, Knapperdachs und Weihnachtsmann – Weihnachtsbräuche in Mecklenburg und Vorpommern, Rostock 1998.
  • Freundliche Mitteilungen von Elsbeth Beelitz (Nichel) und Elli Heise (Liebenthal).
  • Fotos aus der Sammlung von Torsten Hartisch (Werder, OT Töplitz).
  • Freundliche Mitteilung von Günther Seier (Museum Perleberg).

Wolfgang Beelitz, IgB Potsdam-Mittelmark

„Gabentisch” mit Weihnachtsbaum, Kleinmachnow, Siedlung Winkler, 1932.
Ein Stich von 1830 zeigt einen „Gabentisch” mit
Auf dem Berliner Weihnachtsmarkt werden Pyramiden zum Kauf angeboten.
Weihnachtspyramide aus der Mark Brandenburg.
Inserat im Zauch-Belziger Kreisblatt vom 20. und
Die in der Nicheler Wassermühle geborgenen
Pyramide während der Restaurierung.
Die schlichtere der Pyramiden aus Nichel nach
Detail der Weihnachtspyramide des Perleberger Museums. Die 1922 vom Tischlermeister Schröder aus Perleberg gefertigte Pyramide hat eine starre Mittelsäule ohne Flügelrad, 2003.
Eine der zwei rekonstruierten Weihnachtspyramiden aus der Nicheler Wassermühle, im Wohnzimmer des Verfassers in Linthe, 2002.