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Die IgB und Freilichtmuseen

Freilichtmuseen, mitunter auch als Freilandmuseen bezeichnet,  sind ein wichtiger Bestandteil der Erinnerungskultur in Deutschland, aber natürlich nicht nur hier. Sie zeigen in der Regel eine mehr oder weniger große Anzahl von Altgebäuden, wie sie in der Region bzw. im Umfeld des jeweiligen Freilichtmuseums (FLM) traditionell üblich waren. Mitunter gelingt es sogar, ganze Hauslandschaften zu zeigen mit allen Wohn-, Wirtschaft- und Nebengebäuden, wobei gerade die Letztgenannten in der realen, noch übrig gebliebenen Hauslandschaft weitestgehend verschwunden sind.

Natürlich gibt es bei den FLM unterschiedliche Museumskonzepte, die als Schwerpunkt oft mehr die „Action“  zeigen, also das Vorführen von traditionellen Arbeiten in Haus, Hof, Garten und Feld. Dagegen ist natürlich nichts einzuwenden, weil nur dies in der Regel die zur Finanzierung notwendigen Besuchermengen gewährleistet. Zur kurz kommt dabei mitunter der Aspekt der Hausforschung und die damit verbundene Vermittlung von der Werthaftigkeit eben dieser traditionellen Gebäude und ihrer Bauweisen. An letzteren lassen sich, Interesse vorausgesetzt, tiefe Einblicke in die Lebensweisen, die Sozialstruktur und die ökonomischen Bedingungen unserer Vorfahren aus noch gar nicht so lange vergangener Zeit demonstrieren und erlernen, also Geschichte pur unserer eigenen Wurzeln.

Die IgB begrüßt naturgemäß die Existenz der FLM, wünschte sich manchmal ein intensiveres Herausheben und Erläutern der Gebäude, ihrer Bau- und Nutzungsgeschichte, um deren Wert als aussterbende Geschichtsdokumente zu verdeutlichen. Die IgB möchte mit den Gebäuden in den FLM natürlich und unbedingt auch darauf verweisen können, wie Gebäude in der „freien Wildbahn“ unserer Städte und Dörfer früher  ausgesehen haben und genutzt wurden, um dem breiten Publikum, das noch im Besitz derartiger Gebäude ist, aber besonders auch Politikern und Investoren in ihrem Abrisswahn zu zeigen, dass es schon mittelfristig eine Katastrophe wäre, wenn bereits die heutige Grundschulgeneration solche Häuser nur noch in den FLM zu sehen bekäme.

Eine Hauptaufgabe der IgB ist es seit ihrer Gründung vor 40 Jahren, einerseits Hausforschung zu betreiben, um überhaupt den (bau)-historischen Wert zu ermitteln und weitere Einblicke in das Leben in und mit diesen Häusern, also auf das unmittelbare Leben unserer Vorfahren,  zu gewinnen. Da ist die IgB mit den FLM weitgehend überein.

Andererseits hat sich die IgB zur Aufgabe gemacht, Besitzern, aber auch Handwerkern bzw. allen, die sich mit einem Altgebäude befassen wollen oder müssen, mit Rat und auch mit Tat dabei zu helfen, die notwendig gewordenen Reparaturen, Instandhaltungen und ggf. Sanierungen sachgerecht, also den Gebäuden angemessen, durchzuführen. Dass dies unter Berücksichtigung und Wieder- bzw. Neuverwendung der alten Baustoffe, der möglichst angenäherten traditionellen Anwendung von bewährten Bautechniken und der Berücksichtigung der überlieferten und zu erhaltenden Gestaltungsmerkmale, ggf. auch deren Wiederaufnahme bei fälligen Sanierungsarbeiten, geschehen sollte, ist der IgB eminent wichtig.

An diesem Punkt sieht die IgB noch erheblichen Handlungsbedarf, bei sich selbst und bei den FLM. Die Wissensvermittlung in den genannten  Bereichen könnte durch Kooperation wesentlich verbessert werden und wir hoffen, hier  mit der informellen Verknüpfung der IgB mit den FLM auf unserer Homepage einen vielleicht nicht ersten, aber dann eben notwendigen zweiten Schritt gegangen zu sein.

Besucher der IgB-Homepage, ob als Vertreter von FLM oder am Thema insgesamt Interessierten bitten wir, sich zu engagieren, sich mit der Internetredaktion der IGB in Verbindung zu setzen, um gemeinsam darüber nach zu denken, wie  wir die Idee ins Rollen bringen können, um das Ziel zu erreichen, die traditionelle Baukultur nicht kampflos dem Verfall, der Missachtung und dem Abrisswahn zu überlassen.

Von Seiten der IgB planen wir, die FLM anzusprechen, uns eine Vorstellung ihres Museums in Text und Bild für diese Seite zu übermitteln und uns gerne auch regelmäßig über ihre Veranstaltungen zu informieren. Tiefer gehende Kontakte und eine Zusammenarbeit im o. g. Sinne könnten dann entstehen - da sind wir hoffnungsfroh!

 

Die Internetredaktion

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