IgB-Hilfsaktion nach der Flutkatastrophe

Erschüttert verfolgen wir die Ereignisse in den Unwetter-Katastrophengebieten von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Unser Mitgefühl gilt den unzähligen Betroffenen, insbesondere den Menschen, die ihr Leben verloren haben – ihren Familien und Freunden. Wir hoffen sehr, dass IgB-Mitglieder und ihre Angehörigen in den Flutgebieten unversehrt sind.

Nachdem erste humanitäre Hilfe geleistet wurde und die gröbsten Aufräumarbeiten bald zum Abschluss kommen, denken wir jetzt daran, wie wir mit unserem IgB-Fachwissen weiter helfen können. Die zu Schaden an ihren Häusern gekommenen Mitglieder, ihre Nachbarn und Freunde möchten wir solidarisch unterstützen.

Der IgB ist es ein großes Anliegen, dass die nach der Flut erhalten gebliebenen, über Jahrhunderte gewachsenen Ortsstrukturen in den betroffenen Regionen weiter bewahrt werden können. Und, dass die alte Bausubstanz, die den Charme und die Identität der Dörfer und Regionen ausmacht, nicht jetzt noch durch unnötige Abrisse und unsachgemäße Instandsetzung geopfert wird. Denn nach einer ersten Begehung von Orten im Kreis Euskirchen wird deutlich, dass Gebäude bereits als einsturzgefährdet gekennzeichnet sind, die unserer Ansicht nach zum Teil noch rettbar erscheinen.

Wie können wir helfen?

Auf der Basis des lange bewährten IgB-Erfahrungsschatzes haben wir von IgB-Seite ein Angebot geschaffen, dass erfahrene IgB-Mitglieder abrissgefährdete historische Gebäude in Augenschein nehmen. Sie sollen einschätzen, ob die Häuser nicht doch noch zu bewahren sind, damit grundsätzlich erhaltungsfähige Bauten kurzfristig nochmals im Einzelnen eingehend begutachtet werden können.

Für uns ist dies die erste wichtige Aufgabe, bei der wir unsere Kenntnisse einsetzen sollten. Im zweiten Schritt sind Rat und Hilfe bei der Instandsetzung gefragt. Dabei kümmern wir uns um Denkmale und um historische Bauten, die nicht unter Denkmalschutz stehen!

Bitte meldet Euch per Email an julia.ricker@igbauernhaus.de wenn Ihr:

1. abrissgefährdete historische Gebäude (und/oder deren Besitzer) kennt, die noch einmal genauer hinsichtlich ihrer Standfestigkeit angesehen werden sollten bzw. wenn Ihr selbst betroffen seid.

2. Architekten, Statiker und fachkundige Handwerker seid, die im Team von mindestens zwei Personen eine Einschätzung dieser Gebäude vornehmen können.

3. selbst Rat und Tat bei der Instandsetzung benötigt.

4. IgB-Mitglieder, ihre Nachbarn und Freunde bei der Instandsetzung unterstützen wollt.

Unser Angebot ist ehrenamtlich.

IgB-Aktion in Iversheim und Arloff

Aktuell sind erfahrene Vereinsmitglieder vor allem in Iversheim und Arloff bei Bad Münstereifel (aber auch in anderen Eifeldörfern) im ehrenamtlichen Einsatz, wo sie bei Terminen vor Ort geschädigte Gebäude bzw. Gebäude, deren Abriss droht, in Augenschein nehmen und einschätzen, ob und wie diese zu bewahren sind.

Als Hilfe zur Selbsthilfe beim Fachwerkhaus bieten wir in Kooperation mit dem Bauamt von Bad Münstereifel in Iversheim und Arloff an:

- Erste Einschätzung des baugeschichtlichen Werts des Fachwerkhauses (zum Beispiel: Wie ist das Haus konstruiert, was macht es besonders, welche Bedeutung hat es für den Ort, ist es evtl. älter als gedacht…)

- Einschätzung zur Standsicherheit des Gebäudes nach Sichtprüfung

- Hinweise zur Gebäudetrocknung

- Hinweise zum Lehmbau und zu altbaugerechten Baustoffen

Wir tun alles, um im Rahmen unserer eigenen Möglichkeiten Hilfesuchende zu unterstützen. Wir bitten dabei um Verständnis!

Weitere Informationen

Auf seiner Internetseite www.denkmalpflege.lvr.de hat das Fachamt für Denkmalpflege im Rheinland (LVR) Informationsmaterial für Betroffene zusammengestellt. Neben Hinweisen zu Sofortmaßnahmen findet sich dort auch ein Erfassungsbogen für beschädigte Baudenkmäler und deren Ausstattung.

Insbesondere möchten wir auf die Hinweise zur Gebäudetrocknung aufmerksam machen, die hier zu finden sind: https://denkmalpflege.lvr.de/media/denkmalpflege/Hochwasser_HinweiseADR_Gebaeude_Trocknung_20210723.pdf

Hinweisen möchten wir außerdem auf ein Nothilfe Programm über 2 Millionen Euro für Denkmale in den betroffenen Gebieten, das die Deutsche Stiftung Denkmalschutz aufgesetzt hat. Die Stiftung plant eine unbürokratische Auszahlung von Geldern und informier auf ihrer Internetseite über das Programm und das Antragsprocedere. www.denkmalschutz.de/hochwasser-sofortfoerderung.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat außerdem ein Spendenkonto für von der Flut betroffene Denkmale eingerichtet. Die Eigentümer sind auf gemeinschaftliche und schnelle Hilfe angewiesen, da vielfach Versicherungen die Bauwerke in gefährdeten Regionen gar nicht erst versichern. Damit die Stiftung umgehend reagieren und unkompliziert helfen kann, bittet sie um Spenden:

Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Spendenkonto Soforthilfe Hochwasserkatastrophe
IBAN DE78 3804 0007 0555 5552 00

Mehr Infos: www.denkmalschutz.de