Praxisbericht: Abdichtung mit Ton

Katharina van der Zande, KS Krefeld

Das Thema „nachträgliche vertikale Kellerabdichtung“ ist nicht nur für den Denkmalbereich, sondern auch für alle anderen Bestandsgebäude immer wieder auf der Tagesordnung. Es gibt mittlerweile die unterschiedlichsten Verfahren und Materialien auf dem Markt, die aber meistens eines gemein haben: sie sind nicht reversibel und verändern in relevantem Umfang die Bausubstanz. Das ist der Grund für uns gewesen, weiter nach einem reversiblen und nicht die Substanz zerstören Material Ausschau zu halten und wir wurden fündig: die Ton-Fertigmischung BA (Dernoton), die aus natürlichen Mineralien besteht und folgende Eigenschaften aufweist: sie ist denkmalgerecht, da reversibel; sie verändert nicht die Bausubstanz und soll sogar die Standsicherheit verbessern durch Auffüllen der Hohlräume, was gerade bei zerklüftetem alten Mauerwerk sehr vorteilhaft ist.

Auch für den Einsatz auf der Baustelle hat die genannte Ton-Fertigmischung praktische Eigenschaften und macht sie somit für manche Kellergewölbe fast alternativlos: sie ist abschnittsweise verarbeitbar, eine besenreine Säuberung der Fläche ist ausreichend (kein Ausgleichsputz erforderlich!) die Trocknungszeiten entfallen, außer bei Frost ist sie ganzjährig verwendbar, die Bauzeit ist insgesamt sehr kurz. Übrigens ist die Dernoton-Fertigmischung nicht nur für die vertikale Abdichtung einsetzbar sondern auch als Horizontalabdichtung (Kellerböden) verwendbar.

Nun eine kurze Ablaufbeschreibung der Maßnahme bei unserem Wohn-/Bürohaus:

  1. Ausschachtung, Arbeitsbreite 1,20-1,50 m
  2. Kellermauerwerk abbürsten
  3. Temporäre Trennstreifen zwischen Ton /Füllmaterial
  4. Lagenweises Einbringen der Tonmischung (Schichtstärke 20 cm, Höhe je Lage 30 cm)
  5. Lagenweise Verdichtung
  6. Vliesabdeckung und Plattenbelag als Schutz vor direkter Beregnung. Fertig!

Um das Material in seiner Wirksamkeit überprüfen zu können, haben wir es abschnittsweise eingesetzt. Die nördliche Hälfte des Kellers wurde mit Dernoton abgedichtet, die südliche Hälfte blieb unsaniert. Dann wurden über die Dauer von 16 Monaten regelmäßig Feuchtigkeitsmessungen durchgeführt und das Ergebnis war eindeutig: Der nicht sanierte Kellerteil ist nach wie vor durchfeuchtet, der abgedichtete Teil des Kellers ist deutlich und beständig abgetrocknet, obwohl keine zusätzliche technische Trocknung erfolgte.

Ich muß sagen, ich habe als Architekt selten eine solch unkomplizierte Baumaßnahme gehabt, die Hausanschlüsse waren einfach einzuarbeiten. Was ebenso für mich wichtig war, dass abschnittsweise gearbeitet werden konnte, eine Gefährdung der Standsicherheit des Gebäudes durch vollständiges Ausschachten konnte ausgeschlossen werden. Für uns als Planer/Architekten sind jedoch auch noch andere (baurechtiche) Aspekte zu berücksichtigen: Es gibt zwar ein Verwendungsnachweis von der MPA Braunschweig, wonach das Produkt in die Bauregelliste C eingeordnet wird und für die Sanierung bzw. Instandsetzung eingesetzt werden darf.

Man muß jedoch berücksichtigen, dass es zur Abdichtung von Neubauten nicht eingesetzt werden darf. Die Erforderlichkeit einer CE-Kennzeichnung wird vom Hersteller noch geprüft. Der Lastfall, d. h. die Anforderungen an die Bauwerksabdichtung, muß im Einzelfall geprüft werden. Ich bin zuversichtlich, dass nach weiterem Einsatz dieser Tonabdichtung auf dem Markt der Erfolg dem denkmalgerechten Material Recht gibt.

Alle Fotos: K. van der Zande

Temporäre Trennstreifen zwischen der Fertigmischung und dem Füllmaterial
Einbringen der Fertigmischung und des Füllmaterials
Lagenweises Verdichten beider Schichten