Dernoton- Fertigmischung BA

Stefan Haar, IgB, AG Bautechnik

„Die Verwendung von Lehm oder Ton ist eine der ältesten Arten des Schutzes erdberührter Wände ... Mineralische Abdichtungen [haben] aus denkmalpflegerischer Sicht verschiedene Vorteile: keinerlei Eingriffe in die Bausubstanz, Reversibilität, unkomplizierte Ausführbarkeit, Dauerhaftigkeit.

Voraussetzung für eine funktionierende Ab-dichtungswirkung ist allerdings die Verwendung eines Materials mit gleichbleibender Qualität ohne negative Auswirkungen bei Feuchteeinwirkung (Quellen) oder Austrocknung (Schrumpfrisse).“1

Wie dicht aber müssen mineralische Abdichtungen sein? Die Dichtigkeit wird als kf-Wert mit z. B. 1x10 -10 m/sec. oder ähnlichen Werten angegeben.

Bei 1x10 -10 m/sec beträgt die Sinkgeschwindigkeit 3,1536 mm/Jahr. Für die Praxis bedeutet das: Eine 20 cm starke mineralische Abdichtungsschicht wird somit frühestens nach ca. 63 Jahren durchsickert. Die dann heraustretende Menge Wasser entspricht weniger als einem halben Schnapsglas (0,008 l) pro Quadratmeter und Tag.

Bei herkömmlichen Tonabdichtungen gibt es jedoch Probleme, da Ton bei Trockenheit bis zu 30% schrumpfen kann.

Bereits vor einigen Jahren wurde deshalb von der Firma Dernbach eine Fertigmischung entwickelt, die negative Eigenschaften einer herkömmlichen Tonabdichtung ausschließt. In Trocknungsversuchen zeigte sich, dass selbst nach einer Trocknungszeit von 18 Wochen bei 50°C und 80°C kein Schrumpfverhalten sowie kein Dichtigkeitsverlust eintritt. Gutachten belegen, dass die Dernoton-Fertigmischung auch bei 20 m Wassersäule dicht bleibt, getestet nach DIN 18130.

Bisher arbeitete die Firma Dernbach hauptsächlich im Landschafts- und Teichbau, also bei Projekten, die sehr große Mengen der Mischungen benötigen. Auch die Denkmalpflege hatte das Produkt bei eher musealen Projekten bereits seit längerem entdeckt und eingesetzt, wie z. B. im Wikingermuseum Haitabu an der Schlei in Schleswig.

Insbesondere die Einsetzbarkeit des Materials als Ersatz für Stampflehmfußböden dürfte für viele Althausbesitzer interessant sein. Immerhin wurde das Produkt auch bei einer Markthalle bereits erfolgreich getestet. Hier waren geringe Staubentwicklung, leichte Reinigung und Unterhaltung wesentliche Anforderungen, die das Produkt zu erfüllen hatte. Selbst die Abnahme und Genehmigung durch das zuständige Gesundheitsamt stellte kein Problem dar.

Weitere Projekte nach Auskunft des Herstellers: Sanierung einer antiken römischen Straße in Tholey; horizontale Abdichtung bei erdüberdeckten Gewölben bei den Kaiserthermen in Trier oder die horizontale Abdichtung bei der Sanierung der historischen Brunnenanlage des Rittergutes Westerbrak. 

Aber, was in der Landschaft erlaubt ist, muß beim Einsatz in und an Bauwerken noch lange nicht erlaubt sein – gerade in Deutsch-land, Die Materialprüfungsanstalt (MPA) der TU Braunschweig attestierte aber 2005: „... können wir Ihnen mitteilen, dass Sie für die Sanierung bzw. Instandsetzung undichter Bauwerke Ihre DERNOTON-Fertigmischung einbauen dürfen …“

Die Fertigmischung ist also sowohl für vertikale Abdichtungen (drückendes Wasser) als auch für horizontale geeignet.

Die Vorteile dieser speziellen Mischung sind:

  • natürliches Material
  • besenreine Säuberung der Mauern ausreichend
  • Trocknung des Mauerwerks nicht notwendig
  • abschnittsweises Arbeiten möglicherweise
  • Verarbeitung unterliegt kaum Witterungseinflüssen, daher ganzjährig durchzuführen
  • sehr kurze Bauzeit
  • wesentlich kostengünstiger als andere Methoden
  • Verarbeitung auch von Laien möglich

Für den Denkmalbereich ist besonders wichtig:

  • keine Veränderung der Bausubstanz
  • Erhöhung der Stabilität und Standsicherheit des Fundamentmauerwerks durch Auffüllung der Fugenhohlräume

Die Mischung wird – mit richtig eingestellter Feuchtigkeit – zur sofortigen Verarbeitung angeliefert. Eine monatelange Lagerung ist jedoch ohne Qualitätsverlust möglich. Erforderlich hierfür ist lediglich:

  • das Abdecken als Schutz gegen starken Regen und starke Sonneneinstrahlung
  • Überprüfung der Fertigmischung auf ihren Wassergehalt u. ggf. Zufügen von Wasser
  • bei zuviel Wassergehalt ggf. Abtrocknung der Fertigmischung

Nach Aussagen bisheriger Anwender liegt die Kostenersparnis gegenüber herkömmlichen Methoden bei mindestens 30%. Noch mehr Einsparmöglichkeiten ergeben sich bei alten (denkmalgeschützten) Gebäuden, insbesondere mit klüftigen Außenwänden im Erdreich.

Bei glatten Fundamentwänden können mit 1 t ca. 2,5 m² abgedichtet werden bei einer Einbaustärke von 20 cm. Bei klüftigen Fundamentwänden können mit 1 t ca. 2,0 m² abgedichtet werden – Einbaustärke: 25 cm

Das Unternehmen hat seine Logistik in den letzten Jahren konsequent weiter entwickelt und ist nun vom ehemaligen Groß-Lieferanten auch zu einem Anbieter für kleinere und mittlere Objekte geworden. Die üblichen Mengen von ca. 4 - 6 t für eine private Baustelle gibt es jetzt sogar in Big Packs.

Nebenbei: 2004 wurde die Firma Dernbach wird dem Umweltpreis Gartenbau NRW ausgezeichnet.

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1 Quelle: Dr. J. Seele (2004), Verreinigung der Landesdenkmalpfleger in der BRD

Alle Fotos: Dernbach

Trocknungsrisse bei fettem Ton
Wikingerhäuser im Museum Haitabu
Ersatz von Stampflehmböden durch Dernoton-Fertigmischung in den Wikingerhäusern im Museum Haitabu
Anlieferung der Fertigmischung im Big Pack