„Wie soll sich das Land in den nächsten Jahren und Jahrzehnten entwickeln?“

Unter dieser Fragestellung laden Bündnis90/Die Grünen Nordrhein Westfalen zu einer Denkfabrik am 15.10.2011 in Bonn ein. Es gibt die zwei Hauptbereiche „Lebensstile, Wachstum und Nachhaltigkeit“ sowie „soziale Gesellschaft“. Interessierte konnten bis Anfang September Workshopideen einreichen, über deren Attraktivität auf der Internetseite abgestimmt wurde.

Die IgB hat ebenfalls einen Workshop unter dem Motto: „Den ländlichen Raum bewohnen?! Was muss passieren, um bleiben und das „gute Leben auf dem Lande“ genießen zu können?“ vorgeschlagen. Die MacherInnen der Denkfabrik wurden letztlich von der Resonanz überwältigt, denn insgesamt gab es 121 Workshop-Vorschläge, die auf 30 Workshops heruntergebrochen werden mußten 

Der IgB-Vorschlag wurde wunderbarerweise in modifizierter Form bei den 30 Workshops, die voraussichtlich stattfinden werden, berücksichtigt und wird öffentlich diskutiert werden.

84 Personen stimmten für unseren Vorschlag ab, außerdem gab es viele Kommentare. So lautete der Text, der als Vorschlag von uns eingereicht wurde:

„Den ländlichen Raum bewohnen?! Was muss passieren, um bleiben und das „gute Leben auf dem Lande“ genießen zu können?

  • Immer mehr ländliche Räume entvölkern sich. Junge Leute ziehen in die Städte, alte Leute bleiben allein in den Dörfern zurück.
  • Gewachsene Dorfstrukturen, alte leerstehende Höfe mit guter Bausubstanz und viel Platz bieten eigentlich optimale Bedingungen für ein Leben nahe an der Natur. Das Land bietet genügend Platz und Erlebnisraum für Kinder. In den alten Höfen mit ihren vielen Zimmern könnten individuell gestaltetes Mehrgenerationenwohnen,  Altenwohngemeinschaften  und andere soziale Lebensgemeinschaften entstehen.
  • Die Interessengemeinschaft Bauernhaus (IgB) engagiert sich seit rund 40 Jahren für die Belange alter Häuser und Höfe, arbeitet daran, die ländlichen Räume wieder attraktiver zu machen. Mit Hilfe von zwei Beispielen (s.u.) soll eine Ideenschmiede angeregt werden, wie der ländliche Raum zurückbesiedelt und zukunftsweisend als Lebensraum für breite Bevölkerungsschichten genutzt werden kann.
  • Beispiel 1: Im Mindener Raum hat ein IgB-Mitglied in Kooperation mit der IgB ehrenamtlich eine Bauernhausbörse eingerichtet. Leerstehende Höfe werden dort eingestellt und so einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Es existieren eine Reportage und ein Feature über jeweils ein Paar, das über diese Börse einen Hof gekauft und sich im ländlichen Raum angesiedelt hat.
  • Beispiel 2: In Dörverden bei Bremen wird ein ganzes Dorf inventarisiert. Alle Häuser und Höfe, die vor 1950 gebaut wurden, werden in Begehungen vermessen. Alte Fotos werden gesammelt und nach Abschluss des Projektes ist in einem Online-Archiv die gesamte Dorfgeschichte abrufbar. Der Dorfzusammenhalt wächst durch diese Aktion ungemein und viele erkennen erst jetzt, in welchen Kleinoden von Häusern sie wohnen. (dpa+ der NDR berichteten unlängst).“

Und so lautet der Workshopvorschlag in der überarbeiteten Form:

„Fahrt ins Grüne? – Eine Landpartie 2030

  • Wie sieht der ländliche Raum in 20 Jahren aus?
  • Wie und wovon leben die Menschen in den Dörfern – oder sind sie schon weg?
  • Besteht die Fläche nur noch aus Monokulturen und Mastanlagen oder erlebt die bäuerliche Landwirtschaft eine Renaissance?
  • Eintritt für die Wildnis – Gibt´s Natur nur noch in Reservaten?
  • Gegenseitige Befruchtung? Geistig-kultureller Austausch Stadt – Land.“

Leider können sich interessierte Menschen nicht mehr für die Teilnahme anmelden, denn die Grünen NRW melden soeben „ausverkauft“. Die IgB-Internetredaktion wird jedoch über den Ablauf, die Resonanz und die Ergebnisse der Grünen Denkfabrik NRW und das IgB-Thema berichten.

www.gruene-denkfabrik.de