04.07.2018

Nachlese Tagung "Junge Initiativen"

Tagung des Westfälischen und Lippischen Heimatbundes e.V. am Sonntag den 1. Juli 2018 im LWL Freilichtmuseum Detmold. Es ging um die Rettung alter bauhistorisch wertvoller Häuser und deren Folgenutzung.

"Junge Initiativen" stellten am 1. Juli ihre Projekte vor. Sei es im Beitrag und/oder an bereit gestellten Stellwänden. Organisation und Ablauf waren sehr gut, am Rande gab es auch genügend Zeit, um miteinander persönlich ins Gespräch zu kommen. Der Tagungsraum der Gaststätte "Im Weißen Ross" im Freilichtmuseum war nicht zu übertreffen.

Einig war man sich in der Liebe zur Erhaltung alter Bausubstanz. Der Weg dorthin war vielschichtig. Der Punkt historische Stadtkerne wieder mit Leben zu füllen kam zu kurz, stand aber auch nicht pimär auf der Tagesordnung! Die Spannbreite der Renovierungskosten reichte vom Küsterhaus St. Vit, OT von Rheda-Wiedenbrück mit veranschlagten 500.000 € Renovierungskosten bis zum Engagement Projekt Sanierung Dörrobstofen, Haus Assen, Lipporg von Ekkehard Schulze Waltrup aus Liesborn fast ohne Mittel (Kontaktstelle der IgB Liesborn).

Die Nutzung der vorgestellten und renovierten Bausubstanz steht allgemein im öffentlichen Interesse, teils von Vereinen genutzt, teils zu pädagogischen Zwecken nutzbar, wie die Museen beim dezentralen Stadtmuseum Warendorf oder dem Behelfsheim in Milte. Doch sollten die Folgekosten überall möglichst niedrig ausfallen. Mut macht das Bündnis für Buchholz e.V., welches die evangelische Kirche in Buchholz (Hammertal) rettet. Hier haben sich die engagierten Vereinsmitglieder sehr viel einfallen lassen um ihr Kirchengebäude mit Leben zu füllen! Bravo!

Außergewöhnlich ist der Punkt der Trafohäuschen, vorgestellt durch das Zentrum für historisch ländliche Baukultur. Eben waren sie noch da, aber sobald nicht mehr gebraucht, verschwinden sie wieder aus der Landschaft. Manche Türmchen sind architektonisch sehr reizvoll, aber mit ca. 4 m2 Grundfläche bieten sie kaum Platz für eine andere Nutzung. Ideen sind gefragt! Vielleicht könnte man sie als Automatenstandorte oder Fledermäuseheimstätten nutzen?

Auch die Jugendbauhütte Soest hat sich mit ca. 10 Jugendlichen und ihre Projekte und Einsatzorte vorgestellt. Einig war man sich, dass es wichtig ist Jugendliche an unser Theama heranzuführen.

Den Besuchern wurde die Gelegenheit gegeben mit Museumsfachleuten Einblicke in Spezialthemen in kleinen Führungen zu bekommen: Fachwerkrestaurierung am Beispiel, Dendrochronologie, Zäune, Türbeschläge und Schlösser, Wiedereinbau von gebrauchten Zimmertüren, Temperierung/Raumklima/ Wärme/ Feuchtemessung, Bau eines Backofens im Backhaus aus Avenwedde, Gefachausmauerungen am Fachwerkmodell, Bauforschung und Bauinterpretation

Ich entschied mich für den Wiedereinbau alter Zimmertüren. Und obwohl wir schon einige alte Türen restauriert und eingebaut haben, haben wir trotzdem noch etwas von dem erfahrenen Bautischler des Freilichtmuseums dazu gelernt.

Vielen Dank für den gelungen Tag an Alle, die daran beteiligt waren!

Hoffentlich bis bald am selben Ort! Ihre Ulla Grünewald, Kontaktstelle IgB Rheda-Wiedenbrück


bei den Zimmerleuten des LWL Freilichtmuseum Detmold