09.05.2017

Frühjahrstreffen in der Oberpfalz; eine Nachlese

Wie kommt man eigentlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Ostwestfalen in die Oberpfalz, nach Neusath-Perschen ins Freilichtmuseum?

Fast gar nicht!  Aber das ist bei den Frühjahrs- und Herbstreffen der IgB oft so, denn wir erkunden ländliche und kleinstädtische Räume. Zur Not fährt man irgendwo mit der Bahn hin und wird von einem hilfsbereiten IgB Mitglied eingesammelt und weitertransportiert. In diesem Fall Dank an Uli und Helmut Bach mit ihrem großen Auto.

Abends empfing uns Nabburg -den Stadtnamen hatte ich vorher noch nie gehört- in der leer wirkenden Oberstadt. Die Gasthäuser Zum Schwarzen Adler und Zur Linde freuten sich auf uns. Das wirtschaftliche Leben spielt sich in der Unterstadt ab, mit üblichen Ansiedelungen von Supermärkten am Stadtrand. Wie uns Sonntag der Bürgermeister Armin Schärtl in seinem 1998 generalsaniertem Rathaus von 1417, mit einem fantastischem Blick ins Naab Tal, zu den nördlichen Ausläufern des bayrischen Waldes und auf das Autobahnkreuz A93 / A6, erläuterte, macht die Wiederansiedelung im historischen Stadtkern zarte Fortschritte. Um es kurz zu machen: Nabburg ist einen Besuch wert! Unbedingt eine Führung vorher abmachen und das Heimatmuseum besichtigen!

Der Fachvortrag von Prof. Dr. Peter Morsbach führte uns in die Denkmalsitiuation der Region ein. Fazit: Es gibt auch noch arme Gegenden in Bayern.

Birgit Angerer hat zu Recht in ihr Freilandmuseum Neusath Perschen eingeladen! Dort bekommt man einen guten Eindruck über die Hintergründe der Baukultur in der Oberpfalz. Man merkt deutlich, dass auf die Einbindung der Bauernhäuser in die Landschaft Wert gelegt wurde.

Die Lust unbedingt noch einmal in die Oberpfalz zu fahren macht auch das Zoiglbier im Schafferhof. Endlich haben wir von Reinhard Fütterer in Neuhaus/ Windischeschenbach erfahren, dass der Drudenfuß einfach als Zeichen für das Braurecht galt, das einem Haus anhaftete. Und Zoigl ist das Bier, das nach alten Rechten und Rezepten heute noch von verschiedenen Gastwirten im Kommunalen Brauhaus gebraut werden darf. Schön sein Schafferhof, den er nicht nur mit seiner Frau, sondern 122 freiwilligen Helfern saniert hat.

Überhaupt scheint der Gemeinschaftssinn in der Region zu funktionieren. Bestechend die Leistung der Dorfgemeinschaft in Mitterauerbach! Sie hat einen Dreiseithof mit 12.000 Stunden Eigenleistung saniert. Und trotz der vielen Arbeit haben sie uns mit einem vielseitigen Kuchenbuffet empfangen! „Backen ist Liebe!“ heißt es ja immer. Die schlug uns voll entgegen. Nebenbei bemerkt sind wir in der Oberpfalz kulinarisch verwöhnt worden, dass wir im Nachhinein noch davon zehren können.

Vom Jurahausverein sind wir ebenfalls herzlich in Dietfurt empfangen worden. Und durften in der Obermühle überall hineinkriechen, sofern die Bäuche nicht im Weg waren. Solche Möglichkeiten bieten die Exkursionen mit der IgB oder auch den Hausforschern. Ein Grund immer wieder die Strapazen der Anreise auf sich zu nehmen. Man sieht einfach mehr, weil wir fast überall hin dürfen (nur der Hund durfte nicht ins Brauhaus) und dabei schon wieder ein Experte neben einem steht.

Zum Schluss stand die Führung von Birgit Angerer durch Regensburg auf dem Programm. Ebenfalls ein Grund noch einmal länger in die Region zu fahren. Hat uns schon das Frankenheft des Holznagels zu einem Urlaub dort inspiriert, tun es Zoigl, Gastfreundschaft und die vielen Initiativen zur Erhaltung alter Bausubstanz noch einmal mehr, einen Entdeckungsurlaub in der Oberpfalz zu verbringen.

Hinweisen möchte ich auch auf das Heft: Landfrust. Landflucht. Landlust. Strategien für unsere Ortskerne. Schriftenreihe des Oberpfälzer Freilandmuseums Neusath-Perschen und des Oberpfälzer Kulturbundes, Band 6, Birgit Angerer (Hrsg.) 2016.

Hoffentlich sehen wir uns beim Herbsttreffen in Güstrow!

Ihr Wolf Bredow

P.S. Sehr schöne Bilder von unserem Hausforscher Bernd Kunze.

Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen

Exkursion

 

 

 


Dorfgemeinschaft und IgB in der Oberpfalz

Kuchenbuffet in Mitterauerbach

Schmidt-Haus in Nabburg

IgB unter dem Dach eines Jurahauses