20.02.2018

50 Personen verabschiedeten sich am So. vom Hof Kulbrock in Bielefeld-Brackwede

Alle Bemühungen waren umsonst! Bielefeld verliert ein weiteres Baudenkmal. Selbst der Besitz eines städtischen Bauernhausmuseums scheint nicht identitätsstiftend zu sein.

Wieso ist die stadteigene Wohnungsbaugesellschaft BWG so fantasielos, Frau Kubitza? Kann nicht Kulbrocks Hof an Ort und Stelle in das Vorhaben integriert werden?

Der LWL als Denkmalfachbehörde stellte nur den Torbogen unter Schutz, wo doch allgemein bekannt ist, dass Denkmäler dieser Art in Gänze am Ort zu halten sind. Der Torbogen muss in Brachwede bleiben. Wie Frau Kubitza (BWG) das einlösen will ist unklar.

Insofern ist die Translotion nach Marienfeld auch nur die allerschlechteste Lösung. Zumal das Gebäude dort von profanen Verkaufshallen eingequetscht werden soll.

 

Würdige Verabschiedung von Hof Kulbrock

Georg Dehio schrieb 1905: „Einen ganz wirksamen Schutz wird nur das Volk selbst ausüben, und nur wenn es selbst es tut, wird aus den Denkmälern lebendige Kraft in die Gegenwart überströmen.“ Dieses Ziel haben wir einmal mehr nicht erreicht, denn Brackwede verliert mit tatkräftiger Unterstützung amtlicher Frevler wieder ein bedeutendes historisches Bauwerk. Statt Hof Kulbrock als Zeichen der Identität gemäß des Stiftungszwecks am Ort zu erhalten, wird dieses imposante Fachwerkhaus als „Restekiste“ zwischen einer zweifelhaften Architektur enden.

Wir bedauern das Versagen von Politik und Verwaltung, insbesondere das Verhalten der BGW und der Denkmalbehörden. Ohne Not und Grund schreitet die Zerstörung von Heimat und Identität immer weiter voran. Die Neubauten auf diesem Grundstück werden nicht die Lebenserwartung haben wie Hof Kulbrock und können daher nur als Mahnmal des Versagens und von Ignoranz angesehen werden. Der Abbruch ist nur ein Feigenblatt für einen falsch verstandenen Denkmalschutz.

Die Initiatoren gegen den Abbruch halten es für angemessen, eine Verabschiedungsfeier abzuhalten, damit sich die Bürger von Hof Kulbrock verabschieden können. Wir laden nicht nur die Brackweder Bürger ein, gemeinsam Abschied von dem ortsbildprägenden und größten Vierständer Fachwerkbau zu nehmen. Auch die Entscheidungsträger sind herzlich eingeladen. Wir treffen uns am

Sonntag, den 25. Februar um 15:00 Uhr

Hof Kulbrock, von Möller Str.23 a in Brackwede

Gerne dürfen Instrumente zur Liedbegleitung, aber auch Kaffee oder Tee gegen die Kälte mitgebracht werden. Platenkuchen – wie auf Beerdigungen üblich – wird gereicht.


Kontakt: Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V.

as_ravensberg-senne@igbauernhaus.de

Balkeninschrift

HOC FAC ET VIVES Lukas 10,28: Tue das, so wirst du leben.

Gute Nacht, o Wesen, Das die Welt erlesen, Mir gefällst du nicht.

Gute Nacht, ihr Sünden, Bleibet weit dahinten, Kommt nicht mehr ans Licht!

Gute Nacht, du Stolz und Pracht! Dir sei ganz, du Lasterleben, Gute Nacht gegeben.

Weg mit allen Schätzen! Du bist mein Ergötzen, Jesu, meine Lust !

Weg ihr eitlen Ehren, Ich mag euch nicht hören, Bleibt mir unbewusst!

Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod Soll mich, ob ich viel muss leiden, Nicht von Jesu scheiden.

Trotz dem alten Drachen, Trotz des Todes Rachen, Trotz der Furcht darzu!

Tobe, Welt, und springe, Ich steh hier und singe In gar sichrer Ruh.

Gottes Macht hält mich in acht; Erd und Abgrund muss verstummen, Ob sie noch so brummen.