02.04.2017

Bielefeld: Hof Kulbrock ist den Brackwedern wichtig

Die Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V. begrüßt den Beschluss der Bezirksvertretung Brackwede, den Hof Kulbrock in Brackwede zu erhalten. Dieses „deutliche Signal in Richtung Bielefeld“ sollte vom Stadtentwicklungsausschuss erhört werden.

Kategorie: Aktuelles

Dem gut gemeinten Hinweis des Vorsitzenden dieses Ausschusses, der die Auffassung vertritt, dass der Denkmalschutz nicht Entwicklungen blockieren dürfe, müssen wir allerdings widersprechen. Denkmalschutz blockiert nicht, Denkmalschutz ist ein öffentliches Interesse und gesetzlich geschützt. Weder Wohnungsnot, Kosten und Investoreninteressen dürfen nach dem Denkmalschutzgesetz Einfluss auf den Denkmalschutz haben. Denkmalschutz kann daher nicht als Verhinderung angesehen werden, sondern als Chance, die zum Schutz des kulturellen Erbes dient.

Auch dem Westfälischen Amt für Denkmalpflege in Münster ist bekannt, dass es sich bei Hof Kulbrock um den frühesten bekannten und imposantesten Vierständer Fachwerkbau im Raum Brackwede/Senne handelt, von dem durch die archivarischen Quellen bekannt ist, dass dieses Gebäude nach dem Vorbild von Hof Dünkeloh (1782) in Jöllenbeck und Hof Hageresch in Niederdornberg gebaut wurde. Der Torbogen ist sogar eine exakte Nachahmung von Hof Dünkeloh. Auch die verborgenen mächtigen Deelenplatten aus Sandstein sollten ebenso wie der tatsächliche Zustand in die Betrachtung und Bewertung einbezogen werden. Die neuerliche Gelegenheit einer Bewertung des WafD hat leider dazu geführt, die frühere Fehleinschätzung zu verbergen, statt mit den neuen Erkenntnissen die damalige Entscheidung zu revidieren.

Der BGW kann nur der Hinweis an die Hand gegeben werden den Denkmalschutz zu nutzen, denn die denkmalpflegerischen Mehrkosten können überwiegend steuerlich abgeschrieben werden. Dies müsse der BGW allerdings bekannt sein, da die BGW, lobenswerter Weise, an anderer Stelle Denkmalpflege vorbildlich betreibt.

Die Argumentation des Oberbürgermeisters Clausen, dass er der Wohnnungsnot für Geflüchtete und einkommensschwache Bürger Vorrang vor dem Erhalt gibt, bedauern wir insofern, da bekannt ist, dass alleine im Süden der Stadt Bielefeld mehr als 100 ha Flächen, größtenteils im Eigentum zur baulichen Nutzung zur Verfügung stehen. Allein die Verfahren und bürokratischen Auflagen zur Erreichung von Baugenehmigungen sind der Hemmschuh, der Wohnnungsnot kurzfristig entgegen zu treten.

Bielefeld, den 31.03.2017 Außenstelle der IG Bauernhaus e.V.

A.v.Spiegel AS_ravensberg-senne@igbauernhaus.de