Julius H. W. Kraft, wurde am 3. Januar 1917 in Bremen geboren. Seit über 60 Jahren befaßt er sich mit dem Niederdeutschen Hallenhaus und dem Dorfbild. 1959 kaufte er eine aufgelassene Köthnerstelle in Kirchseelte und nutzte sie im denkmal-pflegerischen Sinne um. Viele Instandsetzungsarbeiten und Erhaltungsmaßnahmen wurden in Eigenleistung durchgeführt, da es derzeit im ländlichen Raum kaum Handwerker gab, die ein altes Haus fachgerecht hätten in Ordnung bringen können (wollen).

1973 gründete Kraft mit 75 Bauernhausfreunden die Interessengemeinschaft Bauernhaus e. V., die 2006 fast 4 000 Mitglieder hat. 1975, im Denkmalschutzjahr, brachte er das Mitteilungsblatt „Der Holznagel" auf den Weg.

Der Holznagel verbindet, Der Holznagel hält zusammen, Der Holznagel hält fest.

Jahrzehntelang leitete er die Redaktion. Seine Beiträge haben viel zur Bewußtmachung der alten Bausubstanz und deren Erhalt beigetragen. Mit jahrelangen Beratungen und Bildvorträgen hat er seine Erfahrungen weitergegeben.

1978 konnte er vor dem Europarat in Paris über die IgB berichten. 1980 wurde er in Lübeck vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz mit der höchsten Auszeichnung, dem Deutschen Preis für Denkmalschutz, ausgezeichnet. 1982 konnte Julius

H. W. Kraft vor der EUROPA NOSTRA in Straßburg einen Diavortrag über die Bemühungen der IgB halten. Es ging ihm um das kulturelle Erbe und ein spezielles Denkmalschutzjahr für den ländlichen Raum.

1991 verlieh ihm die Oldenburgische Landschaft die Landschaftsmedaille.

Über die Jahre sind neun Mitglieder der IgB mit dem Deutschen Preis für Denkmalschutz ausgezeichnet worden.

Anläßlich des 75. Geburtstages des Initiators der Interessengemeinschaft Bauernhaus e. V. stiftete die IgB am 3.1.1992 den Julius-H.-W.-Kraft-Preis. Dieser Preis wird in regelmäßigen Abständen vergeben. Bewerben können sich auch Nichtmitglieder, die sich mit Wort, Bild oder Tat speziell im ländlichen Raum um den Erhalt von Ortsbildern und alter Bausubstanz verdient gemacht haben.