Ulrike Bach - 1. stellvertretende Bundesvorsitzende

Ich bin Ulrike Bach und wurde 1962 in Offenbach am Main geboren. Eigentlich bin ich ein Stadtkind!

Bereits in ganz jungen Jahren hatte ich ein ausgeprägtes Interesse an alten Häusern und deren besonderen Details, Erkern, buntverglasten Veranden, schönen Treppenhäusern. Ich genoss es, wenn ich mit meinen Großeltern oder Eltern Menschen besuchen durfte, die in alten Häusern wohnten. Vor allem bei unseren Reisen in die damalige DDR.

Später, als Teenager, erfasste mich eine weitere Leidenschaft, nämlich die Landlust, wie man heute sagen würde. „Das große Buch vom Leben auf dem Lande”, der Klassiker von John Seymour, wurde mein ständiger Begleiter, Selbstversorgung auf einem alten Bauernhof erschien für mich als ein erstrebenswertes Ziel in der Zukunft.

Nach dem Abitur in einem katholischen Mädcheninternat (alte Klosteranlage!) und einer Schreinerlehre folgte das Studium der Innenarchitektur in Coburg. Die Wahl des Studienortes war maßgeblich der in Coburg zahlreich vorhandenen historischen Bausubstanz geschuldet.

Gleich nach Abschluss des Studiums, getragen von der festen Überzeugung nun alles zum Thema Planen und Bauen zu wissen, kauften wir zu dritt ein viergeschossiges, unter Denkmalschutz stehendes Traufseithaus, mit verputztem Fachwerk innerhalb der Coburger Stadtmauer. Grundstücksgröße: 67 m²! Das Haus stammte in dieser Form aus dem ausgehenden 18. Jahrhundert und war in einem heruntergekommenen Zustand. Spannende und harte Lehrjahre folgten, bis die „alte Bruchbude” wieder in altem Glanz erstrahlte und vier Studentenapartments für neue Mieter bereit standen.

Nach dem ganzen Renovierungstrubel und der Geburt unseres ersten Kindes Moritz wollten wir das Leben etwas entspannter angehen lassen. Aber wir fanden, ohne es zu suchen, ein wunderschönes altes Haus von 1801 in einem kleinen Winzerdorf in Unterfranken, es war Liebe auf den ersten Blick! Und da war er wieder, der John Seymour mit seinem „Großen Buch vom Leben auf dem Lande”. Ich war angekommen! Natürlich folgten wieder viele anstrengende Jahre der Sanierung, bzw. des Wohnens auf einer Baustelle. Unsere Kinder, zwischenzeitlich waren noch Leonie und Emilia geboren, verbrachten ihre Kindheit zwischen Bauschutt und Provisorien und sie machen heute nicht den Eindruck, dass sie daran Schaden genommen haben. Stattdessen durften sie eine Kindheit mit allen Freiheiten, die das Landleben mit sich bringt, genießen. Zwischenzeitlich sind die Kinder weitgehend ausgeflogen, und gemäß dem Spruch, die letzten Kinder haben Fell, beleben zwei Tierschutzhunde das Anwesen. Zum Haus gehört auch ein Nutzgarten, wie in Franken üblich, nicht direkt am Haus gelegen. Darin bauen wir unser Gemüse an, allerdings zur Selbstversorgung im Sinne von John Seymour reicht es nicht!

Seit 2006 bin ich Mitglied in der Interessengemeinschaft Bauernhaus. Ich schätze und genieße das geradezu familiäre Zusammensein mit anderen IgB-lern sehr. Die Liebe zu alten Häusern verbindet!! Als ich 2013 gefragt wurde, ob ich mir vorstellen könnte, Heinz Riepshoff als 1. stellvertretenden Vorsitzenden der IgB zu beerben, fühlte ich mich sehr geehrt. Ich habe mir damals die Entscheidung nicht leicht gemacht und bin heute aber froh, diese spannende und bereichernde Herausforderung angenommen zu haben.