In memoriam Sonja Peltzer-Montfort

Foto: Ulla Grünewald, IgB

Völlig unerwartet ist unsere Schriftführerin und Kontaktstellenvertreterin Sonja Peltzer–Montfort am 18. September 2021 verstorben. Die IgB und ihr Vorstand haben eine sehr engagierte und geschätzte Mitstreiterin, Kollegin und Freundin verloren. Durch ihren Tod entsteht eine große Lücke über alle Ebenen der IgB und ein echter Verlust für die Erhaltung der ländlichen Baukultur. Mit großer Leidenschaft hat Sonja mehrere Häuser im Landkreis Helmstedt instandgesetzt, dabei Menschen vernetzt und für unsere gemeinsame Sache gewonnen. Auch in der Vorstandsarbeit war es ihr ein Anliegen, gerade junge Menschen für unsere Ziele zu begeistern und an den vielfältigen Erfahrungen der IgB-ler teilhaben zu lassen. Den Start eines Herzensprojektes, die Jugendbauhütte in Ostfalen, die sie als Mitglied des Ortskuratoriums der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mitinitiierte, konnte sie noch erleben. Durch ihren plötzlichen Tod findet sie leider die erhoffte Entlastung durch die Aufgabe ihres Schriftführeramts beim Herbsttreffen nun nicht mehr und kann die wichtige Arbeit der Einbindung von Jugendlichen nicht fortsetzen.

Wir sind erschüttert und sehr traurig. Wir werden Sonja in unserer Erinnerung behalten und vermissen. Unser herzliches Mitgefühl gilt ihrer Familie.

Für die IgB und ihren Vorstand

Hajo Meiborg, IgB-Bundesvorsitzender

Sonja Peltzer–Montfort

ist nicht mehr unter uns. Seit 2004 war sie Mitglied der IgB, doch lernte ich sie erst auf dem Treffen im Frühjahr 2018 im Wendland kennen. Sie sprach mich an, ob ich einen Kalkputz mit Kasein für die Fassade kennen würde. Seitdem waren wir in Kontakt. Ich war und bin immer noch fasziniert von ihr und ihrem Engagement, alte Häuser zu retten.

Das erste Haus war für sie und ihre Familie, das zweite in der Nähe und durfte nicht verloren gehen, das nächste Haus, wieder eine Schule mit Nebengebäuden lag etwas entfernt und mitten im Ort, es musste doch wieder schön werden, und dann noch eines, ganz vermüllt, „na dann räumt man eben auf und macht es wieder schön, wo ist das Problem?“ Ja und wenn ein Haus wie in Räbke mal 50 Jahre leer stand…..ran an die Aufgaben, es hat doch so eine schöne Lage. Sie strahlte mich an und sagte: „Es ist wie eine Puppenstube einrichten, ich mache es den Mietern schön und sie fühlen sich wohl! Die Bürger sind auch zufrieden, weil ihr Ort schöner und attraktiver wird.“

Als eine neue Schriftführerin in der IgB gebraucht wurde, riet ich ihr, es zu werden. Ja, sie hatte ein schlechtes Gewissen, dass die Kinder eventuell zu kurz kommen. „Woher nimmst Du die Zeit?“ fragte ich sie bügelnd. „Einfach nicht bügeln“ antwortete sie und hielt mir lachend ihre Bluse hin, die ich ihr dann glatt bügelte.

Ihr Motto war: altes Haus finden, kaufen, Kredite klar machen, Leinen los und retten, Mieter glücklich machen und dann das nächste Haus retten. Wo ist das Problem?

Macht alle weiter so im Sinne Sonjas. Widersteht den Sprüchen von Passanten: „Was, sie wollen da nicht selbst einziehen und machen sich soviel Arbeit?“ Macht es wie Sonja, seht das Schöne in der Ruine, stellt mit originalen Zutaten: Holz, Steinen und Lehm gesunde Bausubstanz wieder her. Erhaltet die Vielfalt und habt Spaß am Prozess der Wiederherstellung.

Sie hatte eine Gabe, ihre Kinder, deren Freunde und andere junge Menschen zu begeistern. Macht es ihr nach! Das hätte sie gefreut.

Am 18. 9.2021 hörte ihr Herz auf zu schlagen. Und wenn wir noch so traurig sind, diese Tatsache nicht aus der Welt schaffen und sie nicht wieder lebendig machen können, so können wir doch vielleicht noch das ein oder andere Haus retten, Spaß dabei haben und an unsere Sonja denken. Sie würde sich freuen.

Unsere Anteilnahme gilt ihrem Mann und ihren vier Kindern.

Ulla Grünewald, IgB-Kontaktstelle Rheda-Wiedenbrück, September 2021