Sonja Peltzer-Montfort - Schriftführerin

Beim Herbsttreffen Ende September im Freilichtmuseum Lindlar wurde ich von der Mitgliederversammlung zur Schriftführerin in den Vorstand gewählt; ein Grund, mich an dieser Stelle kurz vorzustellen.

1966 wurde ich in Frankfurt/Main geboren. Es waren vor allem die Wochenendausflüge mit meinen Eltern und Geschwistern in den Taunus oder Odenwald, die mich alte Bausubstanz, hauptsächlich in Form von Burgen und Schlössern zu bestaunen lehrten. Auch Streuobstwiesen und Fachwerkdörfer im hessischen Umland hatten es mir sehr angetan. Als Kind erträumte ich mir ein Leben auf dem Land. Ginnheim, der Frankfurter Stadtteil in dem ich aufwuchs, wies zu meiner Kindheit in den frühen 70er Jahren noch deutlich dörfliche Strukturen auf; auch hatten wir einen Garten mit Apfelbaum und Hängematte, doch bis ich tatsächlich mal auf dem Land in einem richtigen Dorf wohnen sollte, dauerte es noch ein paar Jahrzehnte – wohl auch, weil dieser Wunsch in den Folgejahren nicht mehr so ausgeprägt war.

Von Frankfurt ging ich zum Studium der Anglistik und Romanistik nach Heidelberg. Studienaufenthalte in den wunderbar alten Städten Cambridge und Montpellier halfen mir, den Weg zu ebnen zu einer spannenden Tätigkeit in Brüssel, wo ich zehn Jahre für das Demokratisierungs- und Menschenrechts-Programm der Europäischen Kommission arbeitete.

Unsere drei Mädels wurden geboren, wir schauten uns nach beschaulicheren Lebensumständen um und zogen 2003 nach Groß Twülpstedt im Landkreis Helmstedt.

Hier hatten wir das Glück, die alte Dorfschule kaufen zu können, die 1860 aus Velpker Sandstein gebaut worden war. Letzterer wurde bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts abgebaut, nun findet man noch Reste im Wald, der sogenannten Velpker Schweiz. Bis dahin hatten wir nur in unserer Freizeit mit Denkmälern zu tun gehabt, also zum Beispiel bei Tagen des Offenen Denkmals, die europaweit stattfinden, also auch in Belgien; nun stellte uns das eigene Denkmal vor große Herausforderungen.

Glücklicherweise stand uns die Untere Denkmalbehörde des Landkreises mit nützlichen Ratschlägen zur Seite und auch der ein oder andere Handwerker half uns auf die Sprünge.

Auf der Suche nach einer „Landhausküche“ – und da gehen die Vorstellungen anscheinend meilenweit auseinander, was man sich darunter vorstellen kann – fand ich eine Tischlerin, die mich für ein Praktikum aufnahm und mit der ich gemeinsam die Küche planen konnte, wie ich sie mir vorstellte, z.B. mit – wenn auch neuen – „alten“ Beschlägen, mit einem Kindertreppchen zur Spüle hoch, unter welches sich der Wasserkasten auf einem Rollbrett verbirgt und vor allem ohne häßliche Scharniere. Die Tischlerin (und Restauratorin) war Irmela Wrede, die mir 2004 meinen ersten Holznagel in die Hand drückte. Ich wurde IgB-Mitglied, las lange Jahre begeistert den Holznagel und besuchte die Leipziger Denkmalmesse bis mein Mann Oliver und ich im Frühjahr 2018 erstmals zu einem IgB-Treffen ins Wendland fuhren. Zu diesem beglückenden Erlebnis kam kurz danach die Aufnahme bei der Gifhorner IgB Gruppe, die Teilnahme an der Fortbildung für Niedersächsische Kontaktstellen …, vieles soll folgen.

Mittlerweile ist die 4-köpfige Brut ziemlich groß, neue Zeitfenster entstehen und ich freue mich sehr auf die gemeinschaftliche Arbeit im Vorstand und mit all den engagierten, inspirierenden Menschen in der IgB.

Sonja Peltzer-Montfort