Malte Meiners - Schatzmeister

Beim diesjährigen Herbstreffen wurde ich durch die Mitgliederversammlung in das Amt des Schatzmeisters gewählt. Ich möchte mich hier denjenigen vorstellen, die mich bisher noch nicht persönlich kennenlernen konnten. Der intensive Kontakt zu historischen Gebäuden und deren Sanierung unter hohem Eigenleistungsanteil ist mir durch das Resthofprojekt meiner Eltern, seit 1994 IgB-Mitglieder, bereits in die Wiege gelegt worden. Der in einem kleinen Dorf im Landkreis Wolfenbüttel gelegene Hof wurde 1991 erworben und in den drauffolgenden zwei Jahren mit den damals zur Verfügung stehenden Mitteln und Wissen – ganz ohne Internet – soweit saniert, dass große Teile des Hauses bezugsfertig waren und meine Eltern endlich mit meinen Geschwistern und mir einziehen konnten.

An den ersten Teil der Bauphase kann ich mich naturgemäß wenig erinnern, da ich zu Baubeginn gerade einmal 4 Jahre alt war. Dennoch wird mir nachgesagt, schon damals mit wachsender Begeisterung als Bauhelfer tätig gewesen zu sein. In den folgenden Jahren haben wir sukzessive die übrigen Bereiche vom Haus und den Nebengebäuden saniert. Dadurch konnten wir uns einen breiten Fundus an handwerklichen Fähigkeiten aneignen, wie zum Beispiel die Herstellung und Verarbeitung von Leichtlehmisolierung, Neugründung von Fundamenten, Erneuerung von Fachwerk und Gefachen, Sanierung von Dachflächen oder auch das Verlegen historischer Pflastersteine. Eben die typischen Themen, die nahezu jeder aus der IgB vor der Brust hat, wenn es darum geht, historische Gebäude wieder stilund sachgerecht für die nächsten Jahrzehnte fit zu machen. Während dieser Zeit lernte ich die IgB durch meinen Vater kennen, der beispielsweise von IgB-Seminaren neues Wissen zum Verzimmern von Fachwerk mitbrachte.

Glücklicherweise durfte ich als Kind und Heranwachsender nicht nur die Vorzüge am Leben in Fachwerkgebäuden und den Spaß an der eigenständigen Sanierung genießen, sondern mir wurden auch die übrigen Vorteile des guten Lebens auf dem Lande zuteil, z.B.: früher Kontakt zu den in der Nachbarschaft ansässigen Landwirten, die mich immer bereitwillig und meistens sicherlich auch mit Freude in die Arbeit auf den Höfen integrierten, sodass nach und nach großes Interesse am Einsatz und dem Erhalt historischer Landtechnik entstanden ist.

Dieses Hobby hat dann für einige Jahre den Mittelpunkt meiner Freizeitaktivitäten gebildet. Mit Fertigstellung einer heimischen Werkstatt mit kleiner integrierter Schmiede sind die baulichen Interessen damals etwas in den Hintergrund gerückt. Erst nachdem ich mich ein paar Jahre lang durch berufliche Auswärtstätigkeit an den Nachteilen des Lebens in stählernen Beton-Neubauwohnungen erfreuen durfte, ist der Wunsch nach einem eigenen Hof mit historischem Wohnhaus und ausreichend Platz für das Oldtimer-Hobby gewachsen. Zudem vermisste ich immer mehr die vielen schönen Facetten des Lebens auf dem Land.

Vor drei Jahren, genau zu meinem 30. Geburtstag, unterschrieb ich also den Kaufvertrag für ein Wohnhaus von 1896 nebst einiger großzügiger Hofgebäude im Nachbardorf meiner Kindheit. Seitdem sind die baulichen Aktivitäten in Form von Sanierungsarbeiten an den Hofgebäuden wieder deutlich in den Vordergrund gerückt und haben das Interesse an den handwerklichen Tätigkeiten vertieft. Natürlich gehören das Jagen, Sammeln und Horten von Baumaterial zu einer weiteren Ausprägung dieser Freizeitbeschäftigung. Die eigene Mitgliedschaft in der IgB war der nächste logische Schritt. Das Interesse an Landtechnik hat maßgeblich zur Studienwahl Maschinenbau beigetragen und auch die ersten beruflichen Stationen bei mehreren Landtechnik-Herstellern geprägt. Während dieser Zeit habe ich ein Aufbaustudium in Betriebswirtschaftslehre absolviert und konnte das Thema der Masterarbeit eigeninitiativ nutzbringend wählen: Erwerb, Sanierung und Betrieb meiner Resthofimmobilie habe ich anhand eines Modells der dynamischen Investitionsrechnung wissenschaftlich, aber dennoch praxisorientiert, analysiert. Selbstverständlich sind Module wie Buchhaltung, Kostenrechnung und Finanzierung Bestandteil des Studiums gewesen, sodass ich über das notwendige Grundwissen zur Ausübung des Schatzmeister-Amtes verfüge.

Aktuell arbeite ich für eine kleine Unternehmensberatung für innerbetriebliche Produktions- und Logistikorganisation, schwerpunktmäßig in den Branchen Maschinen- und Anlagenbau, Kunststoffverarbeitung und Automobilindustrie. Ich freue mich daher sehr darauf, die Arbeit von Wolf Bredow fortzuführen und der IgB in der Funktion als Schatzmeister ein solides Fundament für die Vereinsarbeit zur Verfügung zu stellen.

Malte Meiners