* nicht vergeben:

Die Jury hat dann entschieden, dass der Preis wie auch der ausgelobte Sonderpreis in diesen Jahren nicht vergeben wird. Die eingegangenen Bewerbungen entsprachen nicht dem angestrebten Niveau; in einigen Fällen waren leider bei möglicherweise preiswürdigen Objekten die Unterlagen unvollständig

Die Preisgelder werden der Dotierung des Preises im nächsten Jahr zugeschlagen.

Preisträger des Julius H.W. Kraft Preises

Der Julius-H.-W.-Kraft-Preis ist für die Öffentlichkeitsarbeit der IgB e.V. von ganz besonderer Bedeutung. Die Beteiligung hat in jedem Jahr beispielhafte und preiswürdige Beiträge erbracht. Die in jeweils würdigem Rahmen ausgezeichneten Leistungen der Preisträger in den verschiedenen Orten und Bundesländern, fanden in der Presse und weit darüber hinaus Beachtung.

Mit dem Preis bzw. mit besonderen Anerkennungen wurden bisher folgende Preisträger geehrt:

1992

Frau Ursula Hahn aus Cuxhaven für die Erhaltung des Klosterhofes in Nordleda.

Herr Helmut Richter aus Herford für sein jahrzehntelanges Wirken für Landschaftspflege und Denkmalschutz.

1993

Herr Bernd Kunze aus Martfeld für die Erhaltung eines Fachwerkspeichers.

Herr Andreas Boldt aus Lilienthal für sein engagiertes Wirken in seinem Heimatort.

Herr Hans-Wolf Fischer aus Rostock für die beispielhafte Erhaltung einer Büdnerei und des Rohrdaches unter den Bedingungen der ehemaligen DDR.

1994

Ehepaar Eggers in der Ohe in Hamburg-Vierlande wo unter Nutzung einer denkmalgeschützten Hofanlage mit fünf Gebäuden auf 160ha ökologische Landwirtschaft betrieben wird.

Anerkennung an:

Ehepaar Branse aus Westfalen

Ehepaar Jentzsch aus Sulingen

Frau Ebeling-Schmachel aus Ottersberg. Die hervorragende Diplomarbeit von Frau Ebeling-Schmachel war für uns Anlass, nunmehr zusätzlich einen Sonderpreis für Diplomarbeiten auszuloben.

1995

Herr Manfred Schenkenberg aus Kankelau Handwerkerehrung für das Engagement, für den Erhalt historischer Bausubstanz weit über das übliche Maß hinaus.

Herr Volker Harting aus Lemförde für die Rettung des Torhauses der ehem. Burg Lehmförde und die behutsame Sanierung des Offizierswohnhauses.

Verein „Künstlergut Prösitz e.V.” in Sachsen für das förderungswürdige Engagement der Vereinsmitglieder, mit einem anerkennenswerten Konzept die Bewahrung und Nutzung eines Dreiseithofes über das Haupthaus hinaus fortzuführen.

1996

„Interessengemeinschaft Erhaltenswerte Bauwerke und Umwelt Trossingen e.V.” Baden-Württemberg, für das Engagement zum Erhalt historischer Bausubstanz und Rettung des „Alten Rat- und Schulhauses” – die „Trossinger Heimatschützer”

Sonderpreis für Diplomarbeiten an:

Frau Sonja Heuer aus Höxter

Herr Dirk Hoppe aus Weimar

1997

Nicht vergeben

1998

IgB -„Initiative zur Erhaltung von Eckes Hus” , Ostereistedt bei Zeven für die Rettung vor dem Verfall des ältesten niederdeutschen Hallenhauses der Region (1564)

Anerkennung an:

Heimatbundgruppe „Ladenholzer Wassermühle“

Sonderpreis für Diplomarbeiten an:

Frau Hanna Wiedenmann, Wendland

Frau Kathrin Fromm, FH Wismar

Gruppe Kreutzer/Propp/Wolf, FH Wismar

1999

Nicht vergeben

2000

Herr Peter Bischof in Kuhsdorf, Prignitz für die Rettung und Restaurierung des ehemaligen Pfarrhauses von 1707.

Herr Volker Wagner in Hoyerhagen für die Restaurierung eines Niederdeutschen Bauernhauses (im Kern aus dem 16. Jahrhundert).

Verein „Nordhannoversches Bauernhaus-Museum Isernhagen e.V.” für die Erhaltung und Pflege des Museumshofes Wöhler-Dusche in Isernhagen.

Sonderpreis für „Denkmalschutz und Ortsbildpflege mit Kindern und Jugendlichen” an:

Frau Sigrid Schenkenberg aus Kankelau für die Eigeninitiative in mehreren Schulprojekten, mit einer selbsterstellten „Lehrmappe” für interessierte Lehrer.

Verein „Saale Delta e.V.”  in Dobis für das Engagement im „Werkstatthaus Dobis” , wo die historischen Gebäude mit international zusammengesetzten Jugendgruppen im denkmalpflegerischen und ökologischen Sinne restauriert werden.

Verein für Gartenbau, Brauchtums- und Heimatpflege e.V. in Machtilshausen für den Wiederaufbau des Schreinerschen Hauses in Machtilshausen mit Schulklassen-Heimatkunde im besten Sinne.

Zusätzlich ein Sonderpreis für eine Schülerarbeit:

Schüler Eckhard Csallner aus Bad Kissingen

2001

Nicht vergeben

2002

Herr Birger Pfeil aus Teterow für die Sanierung eines kleinen zweigeschossigen Eichenfachwerkhauses in den ehemaligen Maurerstraßen aus der ersten Hälfte des 18. Jhd. nebst Hof und Hofgebäude aus Backstein (Jahrhundertwende 1900) in der ehemaligen Ackerbürgerstadt Teterow.

Herr Rainer und Frau Karin Kröger in Bliedersdorf bei Stade für eine erfolgreiche Restaurierung eines Zweiständer-Rauchhaus (1821) und Vorbildfunktion für die unmittelbare Umgebung als ortsbildprägendes Gebäude.

Sonderpreis für „Denkmalschutz und Ortsbildpflege in Schule und Unterricht” an:

Die Schulklassen 4a und 4b der Hans Lüken Schule in Pertershagen für das Projekt „Historischer Lehmbau am Fachwerk”

Frau Sabine Albrecht in Windheim: Diplomarbeit zu einem Dorferkundungspfad

2003

Nicht vergeben

2004

1. Hauptpreis

Ehepaar Cerstin und Gottfried Gursinsky aus Röhrsdorf/Klipphausen für Sanierung und Erhalt eines Umgebindehauses von 1666

2. Hauptpreis

Ehepaar Ursula und Wolfgang Heppelmann aus Füsing für die vorbildliche Rekonstruktion des Nanningsen-Hauses

Besondere Anerkennung im Hauptpreis

Frau Heidrun Willhöft aus Karft für die Sanierung eines Rauchhauses von 1650

Herrn Jan Bauditz Wiederaufbau der Wassermühle Rüting von 1877/78

 

Sonderpreise für Dorfgemeinschaftshäuser

1. Sonderpreis

Dorfgemeinschaft Soldorf e. V. für Rettung, Erhalt und Umnutzung der alten Dorfschule in Soldorf

2. Sonderpreis

Dorfgemeinschaft Dechow für die Sanierung des Feuerwehr- und Dorfgemeinschaftshauses in Dechow

Anerkennung / Sonderpreis an

Verein „Bäuerliches Hauswesen Bliedersdorf e. V” (BHB) für die Rettung durch Translozierung und den gelungenen Wiederaufbau von zwei Gebäuden (Schafstall 2. Hälfte 18. Jh. und Backhaus Mitte 19. Jh.)

Gemeinde Lauenhagen/Hülshagen für die gelungene Translozierung eines Bauernhauses mit Kern von 1540 von Lauenhagen nach Hülshagen und Nutzung als Dorfgemeinschaftshaus

Förderverein „Torhaus von Haus Holtwick” für die Restaurierung des Torhauses von Haus Holtwick in Rosendahl/Holtwick, Kreis Coesfeld

2005 - 2014

Nicht vergeben.

Beginnend mit 2015 wird der JHWK-Preis im zwei-jährigen Rhythmus vergeben.

2015

Rettung durch Umnutzung

1. Preis

An die Dorfgemeinschaft Tylsen für die Umnutzung eines Kuhstalls zu einem Ort der Begegnung mit dem Ziel, dem Gemeinwesen eine neue Mitte zu geben.

2. Preis

An die Besitzer des Wilking-Hofs in Hamm-Berge für die Umnutzung einer Querdielenscheune zu einem Bauernladen.

Sonderpreis

An den Deutsche Kinderschutzbund OV Gifhorn e.V., der mit der Jugendbaustelle „Fachwerkhaus Wasbüttel” bewiesen hat, dass ein heruntergekommenes Bauernhaus, ländliche Baukultur und deren Bewahrung durchaus spannend und zeitgemäß sein können.

2018

Preiswert und nachhaltig instand setzen

Das Preisgeld teilen sich in diesem Jahr gleichwertig:

- Sylvia und Michael Hanisch aus Nümbrecht in Nordrhein-Westfalen, die eine Fachwerkhaus aus dem frühen 19. Jahrhundert vor dem Abriss gerettet und instandgesetzt haben.

- Annekathrin Reißauer und Sven Rathjen, die ein Niederdeutsches Hallenhaus aus der Zeit um 1900 sensibel und mit so wenig Veränderung wie möglich instandgesetzt haben.

Beide Paare haben bewiesen, dass ein altes Haus mit Kreativität, der richtigen Planung, einem guten Netzwerk, vor allem aber mit viele Liebe zur alten Bausubstanz preisgünstig und nachhaltig instandgesetzt werden kann.

Die Gewinner 2018 Sylvia und Michael Hanisch aus Nümbrecht in Nordrhein-Westfalen sowie Annekathrin Reißauer und Sven Rathjen aus Wardenburg in Niedersachsen teilen sich in diesem Jahr das Preisgeld gleichwertig. Denn beide Paare beweisen, dass ein altes Haus mit Kreativität, der richtigen Planung, einem guten Netzwerk, vor allem aber mit viele Liebe zur alten Bausubstanz preisgünstig und nachhaltig instandgesetzt werden kann.

Statement der Jury

Jury-Mitglied und Restauratorin Caroline Weiss aus Hamburg fasst die Leistung der diesjährigen Preisträger folgendermaßen zusammen: "Dieses Mal wurden zwei Bewerber auf den ersten Platz gestellt! Jeder hat uns mit seiner Arbeit so sehr überzeugt, dass wir den ersten Preis zweimal vergeben haben.

Beide Paare haben sich aktiv und überlegt ein altes Haus gesucht. Sie haben es dokumentiert und erforscht, um es zu verstehen. Sie haben ein Konzept erarbeitet, das dem Haus gerecht wird. Sie haben Originalsubstanz wo immer es möglich war erhalten. Sie haben keine großen Umbauten vorgenommen und nicht das Haus ihren Bedürfnissen angepasst, sondern sich dem Haus genähert und ihm angepasst. Sie haben flexibel und kreativ auf Störungen reagiert, Probleme als Aufforderungen gesehen, passende Lösungen zu finden und sich dann fortgebildet. Und sie haben mit allen Partnern einschließlich der Denkmalpflege kommuniziert. Fast liest sich diese Vorgehensweise wie ein Kompendium der guten Ratschläge, daher sind diese von der Jury herausgearbeiteten Kriterien in Ausgabe 4/2018 des Holznagels nachzulesen. 

Die Gewinner haben den Preis bekommen, weil sie beispielhaft gezeigt haben, wie mit klugem Handeln Dinge gemacht werden, die vermutlich mit mehr Geld im Portemonnaie kaputt gemacht worden wären. Sie haben den Preis bekommen, weil das Ganze auch noch exemplarisch und preiswert vonstatten ging. Und sie haben den Preis bekommen, weil wir uns alle wünschen, dass mehr junge Leute Denkmale wieder für sich erwerben und erarbeiten. Sich als Erben unserer Vorfahren und deren Bauwerke sehen, in die bereits einmal viel Zeit, Lebenszeit und Graue Energie geflossen ist - denn das ist nachhaltiges Handeln. Der Julius-H.-W.-Kraft-Preis ist die Anerkennung für den Wert des Handelns der Preisträger. Es ist das menschliche Vorbild, das sie geben - dieses ist preiswürdig!"

Mitglieder der Jury 2018:

Dr. Volker Gläntzer, ehemals Landesdenkmalamt Hannover - Dr. Monika Herzog, Landschaftsverband Rheinland - Hajo Meiborg, IgB-Bundesvorsitzender - Dr. Julia Ricker, IgB-Geschäftsführerin - Caroline Weiss, Restauratorin 

Wir danken allen für die angenehme und konstruktive Diskussion und ihr Engagement!