Ausschreibung 2021: Groß und Klein im alten Heim

Menschen, die ein altes Gebäude oder ein ganzes historisches Ensemble instandgesetzt haben, um gemeinschaftlich und mit mehreren Generationen darin zu wohnen, sind in diesem Jahr dazu aufgerufen, sich für den Julius-H.-W.-Kraft-Preis zu bewerben.

Das Motto „Groß und Klein im alten Heim“ des 2021 von der Interessengemeinschaft Bauernhaus ausgelobten Preises richtet sich an Gruppen – von Großfamilien über Wohngemeinschaften bis hin zu kreativen Wohnprojekten –, die ihre Leidenschaft für die historische ländliche Baukultur mit dem Wunsch nach Gemeinschaft kombinieren. Wenn Sie ein Architekturzeugnis auf dem Land oder ein ganzes Ensemble instandgesetzt haben oder derzeit noch instandsetzen, um generationenübergreifend darin zu wohnen, freuen wir uns über Ihre Bewerbung.

Gewürdigt werden sollen Ideen, wie die alte Bausubstanz durch ein vielgestaltiges Miteinander aus unterschiedlichen Altersgruppen – von Kleinkindern bis zu Senioren –, Lebensentwürfen und Berufen wiederbelebt wird. Gibt es Bereiche, die von allen genutzt werden können, beispielsweise ein Waschraum, eine Werkstatt, oder Büros? Auf welche Weise werden die Kinder eingebunden? Erfüllen die Wohnungen der Gemeinschaftsmitglieder – etwa Senioren, Singles und Familien – unterschiedliche Anforderungen? Und wirkt sich das Wohnprojekt auch auf den Ort aus?

In der Bewerbung sollte ebenso dargelegt werden, wie die Idee zum gemeinsamen Wohnen entstand, wie sich sich die Gruppe gefunden hat und welches Gebäude sie gemeinsam instandgesetzt haben bzw. noch instandsetzen. Wie haben Erwachsene, Kinder und Jugendliche die Arbeit am historischen Bestand erlebt und haben sie dabei handwerkliche Techniken erlernt? Welche Herausforderungen wurden bisher gemeistert – sowohl beim gemeinsamen und altersübergreifenden Wohnen als auch beim gemeinsamen Instandsetzen? Anerkannt wird auch, wie das Projekt organisiert und finanziert wird, beispielsweise indem sich der Solidargedanke auf die Rechtsform und die Umlage der Kosten auswirkt.

Das gemeinschaftliche Engagement von Menschen, die mit kreativen Wohnprojekt-Ideen dazu beitragen, dass unser kulturelles Erbe gerettet und wieder genutzt werden kann, und die mit ihrem Wirken auch andere begeistern und als gute Beispiele dienen, ist für die gesamte Gesellschaft von großem Wert. Diese Leistung will der in diesem Jahr ausgelobte Julius-H.-W.-Kraft-Preis würdigen.

Der Julius-H.-W.-Kraft-Preis wurde 1992 anlässlich des 75. Geburtstages von Julius H. W. Kraft, des Initiators der IgB, erstmals vergeben. Die Auszeichnung würdigt besondere Leistungen bei der Erhaltung historischer Bausubstanz auf dem Land. Zum Wettbewerb zugelassen sind Projekte, deren Abschluss nicht vor dem 01.01.2016 liegt. Ein Preisgeld von 3.000 Euro wird ausgelobt. Die Jury behält sich vor, das Preisgeld zu teilen.

Bitte reichen Sie Ihre Bewerbung als pdf-Dokument ein – per E-Mail oder auf CD bei:

Dr. Julia Ricker, Interessengemeinschaft Bauernhaus e. V., moltke:höfe Gebäude B, Moltkestraße 123–131, 50674 Köln bzw. julia.ricker@igbauernhaus.de

Bewerbungsschluss ist der 15.10.2021.

 

Wettbewerbsbedingungen für den Julius-H.-W.-Kraft Preis der Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V. (IgB)

1.1    Zielsetzung des Preises ist die Förderung und Würdigung besonderer Leistungen und Beiträge auf dem Gebiet der Erhaltung historischer Bausubstanz auf dem Lande, gemäß dem jeweiligen Motto des Wettbewerbs.
1.2    Zur Anerkennung von Personen und Personengruppen, die sich um die dem Motto des Wettbewerbs entsprechende Sache verdient gemacht haben, setzt die IgB  einen mit 3000 Euro dotierten Preis aus.  Das Preisgeld ist teilbar.

2.1    Die Ausschreibung des Preises beginnt mit der Auslobung am 1. Februar  2021
2.2    Das Motto für den Wettbewerb 2021 lautet: „Groß und Klein im alten Heim“.
2.3    Die Wettbewerbsbeiträge  müssen bis zum 15. Oktober 2021 bei der Geschäftsführerin der IgB, Dr. Julia Ricker, Interessengemeinschaft Bauernhaus e. V., moltke:höfe, Moltkestraße 123–131, 50674 Köln, eingegangen sein.
2.4    Vorschlagsberechtigt ist jedermann, auch Eigenbewerbungen sind erwünscht. Es muss die schriftliche Erlaubnis des Gebäudebesitzers vorliegen.
2.5    Einzureichen sind aussagekräftige Unterlagen als pdf-Datei.
Sie sollten Angaben zur Person oder Personengruppe enthalten und außerdem eine Beschreibung des Projektes (Nutzungskonzept) sowie Pläne, Grundrisse, und Fotos (keine Originale) umfassen.

3.1    Der Preis wird im Zwei-Jahres-Rhythmus vergeben, vorausgesetzt es liegen   genügend qualifizierte Bewerbungen vor.
3.2    Der Wettbewerb wird bei jeder neuerlichen Auslobung unter einem anderen Motto stehen.
3.3    Ein Rechtsanspruch auf  Zuerkennung eines Preises besteht nicht.

4.1    Über die Preisvergabe entscheidet eine von der IgB zu berufende Jury. Sie besteht aus mindestens fünf Personen.
4.2    Der/die 1. Vorsitzende der IgB oder dessen Stellvertreter/in gehören der Jury kraft Amtes an und leitet die Sitzung(en) der Jury.
4.3    Der/die Preisträger stimmt durch seine Teilnahme am Wettbewerb zu, dass die IgB sein/ihr Objekt in ihren Medien, insbesondere dem Holznagel, der IgB-Website und diversen sozialen Medien vorstellt.

4.4    Die Teilnehmer werden gebeten, sämtliche eingereichte Unterlagen auf eventuelle Nachdrucksrechte oder andere Beschränkungen hinsichtlich der Wiedergabe in verschiedenen Medien zu überprüfen. Sofern nicht anders ausgewiesen, gehen wir davon aus, dass sämtliche eingereichte Unterlagen frei von Rechten Dritter sind.

4.5    Die öffentliche Preisverleihung findet 2022 statt.

Preisträger 2020

Der 2007 gegründete Verein Altstadt Teterow rettete ein denkmalgeschütztes Haus, ohne zu diesem Zeitpunkt überhaupt eine konkrete Nutzung für das Gebäude vor Augen zu haben.
In Bruchhausen-Vilsen gründete sich die OBaMa e.G. zur Rettung eines Bahnhofsgebäude von 1900. Heute ist es ein Gästehaus und der Bahnhof Bruchhausen-Ost wird immer noch zu bestimmten Zeiten angefahren.

Die Gewinner teilen sich das Preisgeld von 3.000 Euro.