Julius-H.-W.-Kraft-Preis 2018 "Preisgünstig und nachhaltig instand setzen"

Nach mehrjähriger Pause und dank einer großzügigen Spende aus dem Testament von Gunnhild Ruben wird der Julius H.-W.-Kraft-Preis seit 2015 wieder ausgelobt. Ausgestattet mit 3.000 DM Preisgeld wurde er 1992, anlässlich des 75. Geburtstages von Julius H.W. Kraft, dem Gründer der Interessengemeinschaft Bauernhaus e. V., aus der Taufe gehoben. Die Auszeichnung würdigt besondere Leistungen bei der Erhaltung historischer Bausubstanz auf dem Land.

In diesem Jahr prämierte die Ig Bauernahaus Projekte, die dem Motto „Preisgünstig und nachhaltig instand setzen“ gerecht werden.

Die Gewinner 2018 Sylvia und Michael Hanisch aus Nümbrecht in Nordrhein-Westfalen sowie Annekathrin Reißauer und Sven Rathjen aus Wardenburg in Niedersachsen teilen sich in diesem Jahr das Preisgeld gleichwertig. Denn beide Paare beweisen, dass ein altes Haus mit Kreativität, der richtigen Planung, einem guten Netzwerk, vor allem aber mit viele Liebe zur alten Bausubstanz preisgünstig und nachhaltig instandgesetzt werden kann.

Statement der Jury

Jury-Mitglied und Restauratorin Caroline Weiss aus Hamburg fasst die Leistung der diesjährigen Preisträger folgendermaßen zusammen: "Dieses Mal wurden zwei Bewerber auf den ersten Platz gestellt! Jeder hat uns mit seiner Arbeit so sehr überzeugt, dass wir den ersten Preis zweimal vergeben haben.

Beide Paare haben sich aktiv und überlegt ein altes Haus gesucht. Sie haben es dokumentiert und erforscht, um es zu verstehen. Sie haben ein Konzept erarbeitet, das dem Haus gerecht wird. Sie haben Originalsubstanz wo immer es möglich war erhalten. Sie haben keine großen Umbauten vorgenommen und nicht das Haus ihren Bedürfnissen angepasst, sondern sich dem Haus genähert und ihm angepasst. Sie haben flexibel und kreativ auf Störungen reagiert, Probleme als Aufforderungen gesehen, passende Lösungen zu finden und sich dann fortgebildet. Und sie haben mit allen Partnern einschließlich der Denkmalpflege kommuniziert. Fast liest sich diese Vorgehensweise wie ein Kompendium der guten Ratschläge, daher sind diese von der Jury herausgearbeiteten Kriterien in Ausgabe 4/2018 des Holznagels nachzulesen. 

Die Gewinner haben den Preis bekommen, weil sie beispielhaft gezeigt haben, wie mit klugem Handeln Dinge gemacht werden, die vermutlich mit mehr Geld im Portemonnaie kaputt gemacht worden wären. Sie haben den Preis bekommen, weil das Ganze auch noch exemplarisch und preiswert vonstatten ging. Und sie haben den Preis bekommen, weil wir uns alle wünschen, dass mehr junge Leute Denkmale wieder für sich erwerben und erarbeiten. Sich als Erben unserer Vorfahren und deren Bauwerke sehen, in die bereits einmal viel Zeit, Lebenszeit und Graue Energie geflossen ist - denn das ist nachhaltiges Handeln. Der Julius-H.-W.-Kraft-Preis ist die Anerkennung für den Wert des Handelns der Preisträger. Es ist das menschliche Vorbild, das sie geben - dieses ist preiswürdig!"

Mitglieder der Jury 2018 sind:

Dr. Volker Gläntzer, ehemals Landesdenkmalamt Hannover - Dr. Monika Herzog, Landschaftsverband Rheinland - Hajo Meiborg, IgB-Bundesvorsitzender - Dr. Julia Ricker, IgB-Geschäftsführerin - Caroline Weiss, Restauratorin 

Wir danken allen für die angenehme und konstruktive Diskussion und ihr Engagement!

 

 

 

Preisträger

hier finden Sie die Preisträger des JHWK-Preises