Kontaktstelle Illingen-Schützingen

Mitglieder sind mein Mann Manfred Schmidt-Lüttmann und ich seit 2015 und jetzt freuen wir uns, dass ich in diesem Jahre Kontaktstelle der IgB im Bereich Kraichgau-Stromberg in Baden-Württemberg geworden bin: Kontaktstelle Illingen-Schützingen. Und: Kennengelernt haben wir die IgB dadurch, dass uns eine liebe Bekannte aus unserem Dorf zwei Exemplare des Holznagels aus dem Urlaub in Norddeutschland mitbrachte. Nach der Lektüre wussten wir: Das ist der Verein, nach dem wir schon lange gesucht hatten. Bei den Mitgliedertreffen, an denen wir teilgenommen haben, haben wir uns gleich sehr wohl gefühlt unter den Gleichgesinnten, die die Liebe zu alten Häusern verbindet.

Wir sind beide Diplom-Ingenieure für Landschafts- und Freiraumplanung. Während mein Mann bereits im Ruhestand ist, führe ich das Büro LebensRäume mit dem Schwerpunkt Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und entwickle Bildungskonzepte und –angebote für Kommunen, Vereine und Museen.

Neben gestalterischen Gesichtspunkten war uns auch das Prinzip Nachhaltigkeit ein besonderes Anliegen beim Kauf unseres Hauses. Wir wollten auf keinen Fall neu bauen, sondern die Nutzungs- dauer eines vorhandenen Gebäudes verlängern. Unsere Wahl fiel auf ein Hakengehöft mit Schopf und Scheune in dem 900-Seelen-Dorf Schützin- gen, dessen historischer Ortskern zu den besterhaltenen in Baden-Württemberg zählt. Fachwerkwohnhaus und -scheune stammen aus dem 17. Jahrhundert, das Haus hat einen mittelalterlichen Kern.

Auch war es uns wichtig, eine denkmalgerechte Sanierung duchzuführen, die gleichzeitig modernen ökologischen und bauphysikalischen Standards genügt. Dazu gehörten die Wiederverwendung historischer Baustoffe wie Biberschwanzziegel (z.T. 300 Jahre alt), alter Türen, Sandsteinplatten wie auch -pflaster und Eichenbalken, die Installation eines fast CO2-neutralen Heizungssystem mit dem damals modernsten auf dem Markt befindlichen Scheitholzvergaserkessel, eine Wärmedämmung mit Holzleichtlehm und Zellulose-Einblasdämmung sowie ein integriertes vollautomatisches Regenwasser-Nutzungsystem, an das alle Dachflächen angeschlossen sind (310 qm).

Für unsere Bemühungen bekamen wir 2001 einen Bundespreis „Energiesparen in Baudenkmälern“ des Bundes für Heimat und Umwelt (BHU).

Schon seit langem geben wir unsere Erfahrungen gern an Interessierte weiter und freuen uns, dies nun im wirkungsvolleren Rahmen der IgB tun zu können. Hilfreich ist sicher dabei, dass wir in diesem Themenbereich bereits jetzt schon gut vernetzt sind. Beim Schwäbischen Heimatbund (SHB) bin ich Mitglied im AK Städtebau und Denkmalpflege und Vorsitzende der Regionalgruppe Stromberg-Mittlere Enz. Außerdem sind wir auf Vorschlag der Unteren Denkmalbehörde beide Mitglieder im Netzwerk „Fachpartner Denkmalpflege und Fachwerk“ im Enzkreis, angesiedelt beim Energieberatungszentrum (EBZ ) - dem ersten Netzwerk dieser Art in Baden-Württemberg.

Im Rahmen unserer Kontaktstellen-Arbeit möchten wir neben der Beratung in Einzelfällen auch gerne konzeptionell tätig werden, z.B. zu den Themen Erhaltung historischer Ortskerne, von denen es in unserem Umfeld noch erfreulich viele gibt, sowie Ortsbild und Kulturlandschaft. Eine besondere Bedeutung hat für uns die frühzeitige Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen für die Erhaltung historischer Bauten. Hierzu konnte ich bereits weitreichende Erfahrungen im Rahmen des Modellprojektes „Denkmalpflege macht (Grund)Schule“ mit dem Schwäbischen Heimatbund (SHB) und Fachwerkakademien mit dem Hornmoldhaus Bietigheim sammeln.