Kontaktstelle Nümbrecht

In den Ausgaben des Holznagels Heft 4/2018 und 5/2018 wurden unsere Familie und unser Fachwerkhaus in den Berichten über den Julius-H.-W.-Kraft-Preis bereits vorgestellt.

Nachdem wir im Mai 2017 eingezogen sind, können wir uns jetzt endlich den Aufgaben einer Kontaktstelle hier im Oberbergischen Land widmen, einem Wunsch, den wir selbst schon seit geraumer Zeit hatten. Da wir nach dem Erwerb unseres Hauses unglaublich viele Fragen und Problemstellungen hatten, möchten wir nun unsere Erfahrungen weitergeben. Wir hoffen, durch unseren Einsatz, das fachliche Wissen und unsere neuen Kontakte hier in der IgB Interessenten ermutigen zu können, ein historisches Haus zu erwerben und dieses vielleicht auch vor dem Abbruch bzw. dem Verlust historischer Substanz zu retten.

Über uns

Michael Hanisch
Nach meinem Abitur 1997 hatte ich erstmals die Gelegenheit, ein historisches Fachwerkhaus in meinem ehemaligen Heimatort Rath-Heumar in Köln vor dem Abbruch zu „retten”. Da auf dem Grundstück bereits ein Neubau genehmigt worden war, blieb mir nur die Möglichkeit, das Gebäude Balken um Balken zu zerlegen, sowie alle Dachziegel abzunehmen und alles einzulagern. Hierdurch lernte ich ein historisches Fachwerkhaus mit all seinen Details kennen, was in mir schließlich die Liebe und Leidenschaft zur alten Bausubstanz erwachen ließ. Zwei weitere Fachwerkscheunen und ein kleines Fachwerkhaus folgten in den nächsten Jahren, Gebäude, die leider ebenfalls durch Neubauten ausgetauscht wurden. Auch diese wurden eingelagert und könnten bei Interesse wieder aufgebaut werden.

Zwischenzeitlich absolvierte ich eine Ausbildung zum Tischlergesellen und begann nach mehrjährigen Vorpraktika unter anderem im Freilandmuseum in Lindlar und im Kölnischen Stadtmuseum meinen Diplomstudiengang als Restaurator für Möbel und Holzobjekte an der heutigen TH in Köln. Seit meinem Abschluss arbeite ich mit meiner Frau freiberuflich in unserer eigenen Werkstatt in Nümbrecht. Die Leidenschaft für historische Häuser teile ich auch mit der Liebe zu Antiquitäten und historischen Uhren.

Sylvia Hanisch
Der Wunsch, Restauratorin zu werden, begann bei mir schon in der 11. Klasse. Nach dem Abitur absolvierte ich verschiedene Praktika, um zu entscheiden, auf welches Fachgebiet ich mich spezialisieren wollte. Es wurde der Bereich Möbel und Holzobjekte. Nach verschiedenen Ausbildungsplätzen sowohl in öffentlichen als auch privaten Restaurierungswerkstätten begann ich mein Studium 2003 in Köln und erwarb mein Diplom vier Jahre später.

Als mein Mann und ich unser Fachwerkhaus 2009 kauften, begannen wir, die Arbeiten aufzuteilen. Ich merkte, dass es mir Spaß machte, mich in unterschiedliche Gewerke einzuarbeiten, die ich zuvor noch nie versucht hatte. Hierzu zählten beispielsweise das Ausmauern mit Lehmsteinen oder das Verputzen von Wänden mit Lehm sowie das Verputzen der Gefache mit Kalkputz. Da wir auch in den nächsten Jahren noch viel Arbeit am Haus haben werden, freue ich mich, auch weiter immer wieder dazu zu lernen.

Wir freuen uns auf Kontakte und den Austausch über historische Bausubstanz.

Februar 2019