Preisgekröntes Ackerbürgerhaus mitten im Ruhrgebiet

Michaela Töpfer

Karin und Sascha Töreki hatten einen gemeinsamen Traum. Sie wollten in einem alten Bauernhaus am Niederrhein wohnen, einem Haus mit Geschichte, das schon lange steht und auch noch lange nach ihnen bestehen wird. Das Ehepaar aus Moers fuhr mit Tochter Lara drei Jahre lang landauf landab, um ein geeignetes Objekt zu finden, es war jedoch vergebens.

„Dann haben wir den Traum losgelassen“, erzählt Karin Hahn-Töreki. Kurz danach fanden sie ihr Traumhaus ganz woanders bei einem Ausflug in das „Alte Dorf“ nach Herten-Westerholt. Es gefiel ihnen auf Anhieb, einige Nachbarn sprachen sie an und erzählten vom Haus. Anschließend der Blick ins Internet, wo es zum Verkauf geboten wurde, ein erneuter Besuch vor Ort und dann die Entscheidung. Sascha Töreki fragte seine Frau: Sollen wir das machen? Das wird viel Arbeit, Stress, Geld, Krach und Ärger. „Und wir waren uns sofort einig: Ja!“ Ab da ging es zügig vorwärts. Weil das Haus unter Denkmalschutz steht, wurde als erstes ein Termin mit dem Denkmalamt vereinbart. Die Törekis wollten eine realistische Einschätzung, was an Arbeit und Kosten auf sie zukommt, und waren sich sicher, vom Denkmalamt eine ehrliche Antwort zu erhalten.

Berthold Vatteroth von der Unteren Denkmalbehörde kannte das Haus von mehreren früheren Begehungen und konnte den Wissensdurst der Familie stillen. Es wurde 1808 nach einem großen Dorfbrand wieder aufgebaut und ist das am besten erhaltene Haus im historischen Ortskern der Freiheit Westerholt. Von den knapp 90 eingetragenen Baudenkmälern der Stadt Herten befinden sich 58 in der Freiheit. Solch ein Fachwerkensemble ist im Ruhrgebiet nahezu einmalig. Die nächste vergleichbare Ansiedlung liegt in Hattingen. Die Freiheit Westerholt ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Historische Ortskerne. Der Denkmalpfleger ist überzeugt, dass Törekis mit dem Kauf „den Fitsch ihres Lebens“ gemacht haben. „Die Sanierungswellen der 60er und 70er Jahre sind an diesem Haus komplett vorüber gegangen. Das macht es so reizvoll.“

Bauen wie vor 200 Jahren

Das neue alte Haus der Törekis sollte so authentisch wie nur möglich saniert werden. „Wir wollten so bauen wie vor 200 Jahren“, erzählt Karin Hahn-Töreki. Sie und ihr Mann legten los, recherchierten im Internet, und bekamen von Berthold Vatteroth Gutscheine für die Deutsche Baumesse (DeuBau). Dort fanden sie prompt ihren Restaurator und ihren Architekten. Beide kannten das Haus von früheren Terminen und konnten ihnen umfassende Vorschläge inklusive Kostenschätzungen machen. 14 Tage nach dem „in Augenschein nehmen“ des Hauses fand die erste Begehung mit Denkmalpfleger, Restaurator und Architekt statt. Dann begann ein Dialog zwischen Berthold Vatteroth und den Törekis zur Standpunktbestimmung. Sascha Töreki erschien mit einem lasierten, selbstreinigenden Dachziegel, mit der das Haus eingedeckt werden sollte. Der Denkmalpfleger lehnte diese Ziegel mit guter Begründung als unpassend ab. Dafür bot er an, die sehr steile Treppe, die nach oben führt, durch eine andere zu ersetzen. Das wollten Törekis wiederum nicht – und so begann ein von beiden Parteien als sehr konstruktiv empfundener gemeinsamer Prozess.

Berthold Vatteroth: „ Bei den meisten Leuten werden sofort Pläne mit festen Vorstellungen auf den Tisch gelegt. Geht man bei so einem alten Haus zunächst ohne Planung an die Sache heran und lässt sich das Ganze entwickeln, ist das ein besseres Vorgehen. Und dafür waren die Törekis sehr offen“. Bei der besagten Treppe stellte sich ihr wahres Alter erst heraus, nachdem der PVC-Belag und die begradigenden Trittkanten entfernt waren. Sie passt zum Gebäude, auch wenn man auf den schmalen Stufen bei Schuhgröße 48 aufpassen muss, wo man hintritt.

Die Familie Töreki wollte von Anfang an eine historische Aufarbeitung des Hauses. Dazu sollte ein Hausforscher die Bauaufnahme machen und eine Bauzeichnung erstellen. Da sie während ihrer Recherche auf die IGB gestoßen und gleich begeistert Mitglieder geworden waren, kamen sie mit Dietrich Maschmeyer aus Recklinghausen, einem passionierten Hausforscher, in Kontakt. „Er konnte sich zwei Tage ganz alleine im entkernten Haus austoben, und danach hatten wir eine historische Bauzeichnung auf dem Stand von 1808“, erinnert sich Sascha Töreki. Diese Zeichnung diente als Grundlage für den Rückbau um ungefähr 100 Jahre. „Uns war es wichtig, dass man an unserem Haus ablesen kann, wie es früher einmal gewesen ist. So kann man beispielsweise aufgrund der Zapfungen sehen, wo früher die Türen saßen“, erklärt Karin Hahn-Töreki.


Alten Lehm von den Wänden recycelt

Zwei Jahre Zeit gab sich die Familie für die Sanierung des Hauses. In dieser Zeit fuhren sie in jeder freien Minute vom Niederrhein nach Westerholt zu ihrer Baustelle. Zwei Neuwagen wurden in dieser Zeit zerschlissen. Schnell hatte sich herausgestellt, dass der Umbau günstiger und vor allem mehr ihren Vorstellungen gemäß von statten geht, wenn sie viel selber machen. Sascha Töreki hatte zufällig herausgefunden, dass der Lehm an den Wänden unter den Tapeten wiederverwendbar war. Er hatte eine Bütte mit altem Lehm hinter dem Haus stehen lassen. Es regnete darauf und nach einer Woche staunte er über die Geschmeidigkeit des Materials. Ein Handwerker sagte: „das ist noch Qualitätslehm“ und die Idee, den gesamten Lehm an den Wänden zu recyceln, war geboren. Zunächst mussten die Tapeten vorsichtig entfernt und anschließend der Lehm von den Wänden geschlagen werden. Das erforderte viel Fingerspitzengefühl, denn „Tapete mit Lehmresten daran“ ist einer der teuersten Container. Lehm wird auf der Deponie als Sondermüll gewertet, weil er die Deponie abdichtet. „So ist aus der Not eine Tugend geworden“, erzählt Sascha Töreki, „außerdem entschleunigte das die Sache“. Der abgeschlagene Lehm wurde „einmal über den Winter gebracht“ – im Klartext über den Winter (ähnlich wie Ackerland) von Frost zerkrümelt. Dann saß die Familie, teilweise mit Unterstützung aus ihren Herkunftsfamilien, im Kreis, jeder eine Baubütte mit Lehm vor sich und hat ihn zerkleinert. Anschließend wurde der Lehm wieder auf die Wände geputzt.

Berthold Vatteroth war begeistert: „Wer macht heutzutage schon so etwas. Solche Arbeiten kann man keiner Firma geben, wer soll das bezahlen? Für die Firmen war es etwas Besonderes, dass eine Familie mit so einer Einstellung an die Sache geht, recycelt und es wieder benutzt. Das zeigt doch auch, dass Lehm Jahrhunderte haltbar ist“. Das Gegenteil davon ist für ihn beispielsweise das Löhrhofcenter in Recklinghausen. Es wurde in den 70er Jahren gebaut und inzwischen wieder abgerissen. „Das ist doch kein nachhaltiges Bauen. Heutzutage ist es billiger, etwas, was erst 30, 40 Jahre alt ist, abzureißen und neu zu bauen. Dahinter steckt eine furchtbare Philosophie!“

„Kaputt wie Hund“

Die zwei Jahre Umbauphase haben der Familie Töreki viel abverlangt. Karin Hahn-Töreki, von Beruf Krankenschwester, war so oft wie möglich auf der Baustelle, um alles zu koordinieren und dafür zu sorgen, dass es auch so wird, wie sie wollten. Manchmal kam sie sich vor „wie ein General“. Ihr Mann Sascha, von Beruf Arzt, arbeitete viele zusätzliche Schichten, um die darauf folgenden freien Tage komplett auf der Baustelle zu verbringen. Anschließend kam er immer „kaputt wie Hund“ nach Hause, erinnert sich seine Frau. Vor allem die Emotionen gingen in dieser Zeit hoch und runter. „So zu bauen war auch ein Kampf“, so Sascha Töreki, „mit den Nachbarn, Freunden, der Familie“. Nicht alle im Umfeld konnten verstehen, warum sich die Familie eine so lange und aufwändige Bauphase zumutete. Auch für die künftige Nachbarschaft war es nicht leicht zu durchschauen, was da genau passierte, wer da kam. Zwar haben die Törekis mehrfach Flugblätter an die gesamten Nachbarn verteilt, in denen sie sich und ihre Arbeitsweise vorstellten. Doch viele konnten oder wollten nicht verstehen, wie man so lange und in dieser Art saniert. „Mal kamen Handwerker, dann wieder keine. Oft waren wir alleine da“, und schon hieß es, „die sind bestimmt pleite“, erinnert sich Sascha Töreki. Jeden Morgen lästerte eine Gruppe Nachbarn, die zum Frühschoppen ging, machte einen Spruch und zog weiter. Er teilt die Nachbarn in drei Gruppen ein. Einige hätten ihre Einstellung geduldet, eine weitere Gruppe fand dem Umbau gut, fragte aber, warum sie sich denn so viel Arbeit mit allem machen, und ein einzelner Nachbar zog vor Gericht. Törekis gewannen in allen Instanzen, aber für ihre Nerven war die Angelegenheit nicht gerade förderlich.

Berthold Vatteroth findet, dass die Familie Töreki „vorbildhafte Öffentlichkeitsarbeit“ betrieben hat. „Sie haben mehrfach Flugblätter verteilt, sind auf die Nachbarn zugegangen. Haben sich an die örtliche Presse und an den Heimatverein gewandt und haben ihr Haus zum Tag des Offenen Denkmals geöffnet. Mehr an Öffentlichkeitsarbeit geht eigentlich nicht!“

Wohnen und wirtschaften Hand in Hand

Heute bleiben zahlreiche Menschen vor dem sanierten Haus stehen und bewundern es. Ist das Hoftor offen, sind manche so neugierig, dass sie auch schon einmal unaufgefordert ins Haus kommen. Berthold Vatteroth glaubt, das liegt daran, dass das Haus einen museumshaften Charakter hat und manche gar nicht glauben können, dass darin jemand „ganz normal wohnt“. Doch die dreiköpfige Familie lebt tatsächlich ganz normal in ihrem Haus. Es hebt sich nur optisch von den anderen Häusern in der Straße ab. Ihnen war es nicht wichtig, das Auto direkt vor der Tür zu haben. Deswegen haben sie die Parkplätze vor dem Haus zurückgebaut und einen Vorgarten gestaltet. Blumen und Kräuter geben farbenfrohe Tupfer, Schmetterlinge und Bienen sind dort häufige Gäste. Hinter dem Haus hat Karin Hahn-Töreki einen Gemüsegarten im Stil eines Bauerngartens angelegt. „Es ist so herrlich, ich stehe am offenen Küchenfenster, schaue, was in meinem Gemüsegarten heute reif ist und entscheide danach, was ich zum Mittagessen koche. Ihr Mann ergänzt, wie wichtig es ihnen war, sichtbar zu machen, dass in ihrem Haus wohnen und wirtschaften Hand in Hand laufen.

Familie Töreki hat auch auf einige Dinge verzichtet. Beispielsweise haben viele Häuser in der Freiheit Westerholt nachträglich eingebaute Gauben. Theoretisch hätten sie also auch Gauben einbauen können, fanden aber, dass das überhaupt nicht zur ursprünglichen Dachlandschaft der Nachbarschaft passte. Und deswegen gab es auch keine Satellitenschüssel. Energietechnisch ist das Haus auf dem neuesten Stand, es gibt Fernsehen, Internet, W-Lan, allerdings verborgen. Berthold Vatteroth ist da mit ihnen einer Meinung: „Ich kann als Denkmalschützer niemandem modernen Wohnkomfort verbieten, sondern nur vorschlagen, einiges so zu verbergen, dass es noch gut aussieht.“  

Auch die Energiewerte des Ackerbürgerhauses können sich ohne weiteres sehen lassen. „Wir waren von unserem früheren Haus ein Energiesparhaus gewohnt mit allen Nachteilen: Rauhfaser, Latexfarbe, Fenster immer schön zu. Nässe, Feuchtigkeit im Bad, niedrige Decken“, so Sascha Töreki. Ihr Architekt sicherte ihnen zu, einen ähnlichen Energiestandard (ohne die damit oft einhergehenden Nachteile) zu erreichen. Die Familie dachte bei sich, „schauen wir mal, ob das klappt“. Heute ist das Ackerbürgerhaus von innen mit Lehm und Holzweichfaserplatten gedämmt, verfügt über eine Boden- und eine Wandheizung. Die restaurierten Fenster im Obergeschoss wurden mit einer Vorsatzscheibe versehen. Trotz diverser Kältebrücken haben die Törekis nun mit ihren Energiekosten die Werte des sogenannten Passivhauses erreicht. Es gibt mehrere Bäder und auch die Küche ist mit modernstem Standard ausgestattet. Ein Haus, das keine Wünsche offen lässt, sowohl optisch wie von der Ausstattung. Karin Hahn-Töreki bekommt oft von vorübergehenden Passanten zu hören: „Ja, Sie können ja sogar in diesem Haus wohnen, während wir nur von außen schauen dürfen. Ich antworte ihnen dann immer: Ja, aber wir mussten auch all die Leistung bringen, damit es so geworden ist!“

Wohnen im alten Haus ist gelebte Geschichte

Berthold Vatteroth ergänzt, dass nicht alle Menschen „den Zug dazu haben, in alten Häusern zu wohnen“. Doch diejenigen, die es wollen, leisten seiner Ansicht nach einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag. Die Architektur sei früher vielfältiger gewesen, es habe wesentlich mehr Details gegeben und die Häuser seien einfach stimmig gebaut. Wer das mit der Sanierung eines alten Hauses herausarbeitet und bewahrt, zeige auch, wie es früher gewesen ist. In einem alten Haus zu wohnen sei auch gelebte Geschichte, so der Denkmalpfleger.

Die Familie Töreki wollte einiges über die Geschichte des Hauses und der vielen Bewohnenden über die Jahrhunderte herausfinden, und konnte vieles in Erfahrung bringen. Manchmal sprechen Leute sie beim Tag des Offenen Denkmals  an, weil diese früher einmal im Haus gewohnt haben, und erzählen Anekdoten. Karin Hahn-Töreki: „Wir wohnen nur eine kurze Epoche hier, und wenn wir nicht mehr sind, wird das Haus weiterleben und neue Bewohner werden hier sein.“ Mit den erfolgten Maßnahmen haben sie und ihr Mann das Haus über ihre eigene Lebenszeit hinaus für die nächsten 150  Jahre ertüchtigt. Berthold Vatteroth ergänzt, dass man sich keinen Gefallen tut, wenn man preisgünstig baut. Nach 20 Jahren müsse man schon wieder sanieren, weil man a) Bauschäden produziert und b) minderwertige Materialien benutzt hat. „Der Lehm hier im Haus bei den Törekis hat zweihundert Jahre gehalten, wurde jetzt wiederverwertet und ist so gut wie zur Erbauungszeit. Er hat es bewiesen.“ Der Denkmalpfleger gerät ins Schwärmen, wenn er davon berichtet, bei einem anderen Bauprojekt einen Balken aus dem 16. Jahrhundert vorgefunden zu haben. „Dieser Baum ist vor dem 30jährigen Krieg gefällt und verbaut worden – wie viele Generationen er gesehen hat!“

Tochter Lara war 8 Jahre alt, als der Umbau begann. Sie nahm die Sanierung eher spielerisch wahr, erinnert sich ihre Mutter. Das Mädchen war mit ihren Eltern schon in vielen historischen Städten, Freilichtmuseen und in Bauerngärten gewesen. „Dadurch hatte sie im völlig entkernten Haus trotzdem eine Vorstellung, wie es mal werden würde. Es gab hier ja nur Löcher, keine Türen, alles war offen, überall Bauschutt. Wenn Freundinnen von Lara mitkamen, war das eine Zeitlang nicht so spannend“. Doch als sie die Baustelle „cool“ fanden, war alles gut. Heute ist das Haus für Laras Freundinnen etwas ganz Besonders, und sie kommen gerne zum Übernachten in das Ackerbürgerhaus. Ob Lara das Haus später übernehmen wird, weiß die Familie Töreki natürlich nicht mit Sicherheit. Aber sie ist aufgrund der Sanierung stark mit dem Haus verbunden, weiß, wo ihre Eltern die alten Materialien für den Umbau hergeholt haben. „Und sie weiß, wie viel Herzblut von uns allen hier im Haus steckt“, so Karin Hahn-Töreki.

Westfälisch-Lippischer Denkmalpreis

Dieses „viele Herzblut“ inklusive der umfangreichen und sehr gelungenen Sanierungsarbeiten wurde auch anderweitig „belohnt“. 2009 erhielten die Törekis den Westfälisch-Lippischen Denkmalpreis. Für diesen Preis wird man nominiert. „Wir wurden informiert, dass wir mit vier weiteren Objekten vorgeschlagen waren. Anschließend kam eine Kommission mit Fachleuten und hat alles unter die Lupe genommen.“ Für Sascha und Karin Hahn-Töreki war dieser Preis eine wichtige Auszeichnung: „2009 war es noch einmal kritisch mit unserem Umbau, finanziell, mit den Nerven. Die Verleihung des Preises hat uns einen richtigen Kick gegeben, Aufwind. Fachleute haben uns bestätigt, dass wir sehr sorgfältig und sensibel mit dem Haus umgegangen sind.“ Dadurch hätten sie selber gemerkt, was sie in der Zeit geleistet haben.

Besonders wichtig ist es dem agilen Ehepaar, das ihre Zusammenarbeit mit dem Denkmalpfleger Berthold Vatteroth so gut geklappt hat. „Viele sagen, bleib mir bloß weg mit dem Denkmalschutz. Wir sagen, seht es doch als totalen Luxus. Man wird fachmännisch begleitet. Wenn ich einen Neubau habe, muss ich mich auf irgendwelche Bauträger oder Architekten verlassen, und bin dann oft verlassen.“
Das Ehepaar fungiert auch als eine der vielen bundesweiten Außenstellen der Interessengemeinschaft Bauernhaus. „Es klingeln öfter Leute bei uns an der Tür und fragen um Hilfe bei ihrer Sanierung. Wir wussten damals fast nichts, mussten uns erst die richtigen Adressen zusammensuchen. Heute geben wir unseren Fundus gerne an andere weiter.“

Auf die Frage, ob sie eine solche umfangreiche Sanierung noch einmal angehen würden, kommt ein Leuchten in die Augen der beiden. „Wenn ich in alten Gebäuden stehe, bekomme ich ganz viel Lust und Ideen und könnte sofort wieder loslegen“, erklärt Karin Hahn-Töreki. Ihr Mann ergänzt, dass sie vieles dann noch authentischer machen würden. Berthold Vatteroth bekommt ebenfalls ein Leuchten in den Augen bei solchen Aussagen. „Ich würde mich sehr freuen, wenn sich die Törekis noch eines weiteren Hauses annehmen würden. Ich dachte immer, dieses Haus hier ist der absolute Höhepunkt meiner denkmalpflegerischen Karriere. Aber eine Karriere  kann ja auch zwei Höhepunkte haben!“

Michaela Töpfer, Öffentlichkeitsreferentin

Brandstr. 6 (hist. Aufnahme)
Brandstraße 6 vor dem Kauf (Foto: Töreki)
Kernsanierungsdepression 2006 (Foto: Töreki)
Lara Töreki bei der Lehmaufarbeitung (Foto: Töreki)
Lara Töreki bei der Lehmaufarbeitung (Foto: Töreki)
Karin Hahn-Töreki beim Lehmbewurf (Foto: Töreki)
Die historische Treppe (Foto: Töreki)
Die Preisverleihung 2009 (Foto: Töreki)
Unser Haus heute (Foto: Töreki)
Das Deelentor (Foto: Töreki)
Gartenimpression (Foto: Töreki)
Denkmal Altes Dorf Westerholt (Foto: M. Töpfer)
Ansicht Haus Töreki (Foto: M. Töpfer)
Denkmalpfleger Berthold Vatteroth (Foto: M. Töpfer)