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Kleiner Einsatz mit großer Wirkung! Haus Pietig anno 1852, ortsbildprägendes Gebäude in Not!

Der Verein Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V. wurde um Hilfe gebeten. Bei der ersten Besichtigung war klar, dass hier schnell gehandelt werden musste. Zwar steht das Haus unter Denkmalschutz, aber von alleine passiert eben doch nichts. Löcher im Dach klafften und ließen Regen die Decken durchweichen. Die ehemalige Bewohnerin hatte zwar versucht, das Regenwasser mit Eimern aufzufangen, irgendwann liefen diese aber über. Teile der Decken brachen ein.

Mit langen Brettern wurden von uns die morschen, durchweichten Böden standsicher gemacht, anschließend neue Dachlatten angebracht und die Löcher im Dach wieder mit Hohlpfannen eingedeckt. Der Verfall ist vorerst gebremst.

Dieses Haus hat lange keine Renovierung und Pflege erlebt und ist dadurch zur Zeit unbewohnbar. Positiv ausgedrückt: Einbauten sind kaum vorhanden. Durch behutsame Sanierung kann ein Kleinod mitten im Dorf Möhler entstehen. Im daneben befindlichen Stall könnte eine kleine barrierefreie Wohnung oder Werkstatt eingerichtet werden. Eine große Remise bietet Unterstand für zwei Autos. Ein kleiner Garten ist hinten vorhanden. Das ganze Grundstück hat ca. 550 m2, womit der Pflegeaufwand überschaubar ist.

Möhler hat immerhin einen Briefkasten, eine Bushaltestelle und eine Bäckerei. Drei B´s die wichtig sind. Da sollte sich doch die richtige Familie finden, die dieses Haus wieder mit Leben füllt! Wir haben ja schon eins, stehen aber mit Rat gern zur Verfügung. Weitere Infos auf unserer IgB Homepage.

Trotz Pause mit Kaffee und Keksen waren wir um 16 Uhr fertig und glücklich. „Das hat Spaß gemacht!“ sagte Christoph, der die IgB Mitgliedschaft praktisch von seinen Eltern geerbt hat. Das Haus steht zum Verkauf.

Ulla Grünewald, 2016

Foto Ulla Grünewald: Ulla Grünewald, Christoph Wiesbrock, Wolf Bredow, Hannes Baumeister
Foto Ulla Grünewald

Kontextspalte

Blick ins bewohnte Haus in der Bauphase 1998
Detail: Lehmbauziegel

Traum vom Fachwerkhaus verwirklicht

Rheda-Wiedenbrück (dali) - Mehr als zehn Jahre haben Ulla Grünewald und Wolf Bredow ihr Fachwerkhaus saniert. Dabei profitierten sie von Tipps der Interessengemeinschaft Bauernhaus (IgB). Als IgB-Kontaktstelle möchten sie ihre Erfahrungen an Mitglieder weitergeben, die eine Sanierung planen.

„Auch wenn ein Haus noch so schlimm aussieht – mit Geduld, Sachkenntnis und angemessenen Baumaterialien kann man es wieder schön machen und für die Zukunft erhalten“, sagt Ulla Grünewald und blickt auf ihr Fachwerkhaus am Berliner Wall 10 in Wiedenbrück. Dort hat sie zusammen mit ihrem Mann Wolf Bredow in kleinen Bauphasen ein Schmuckkästchen geschaffen. „Man braucht Fantasie“, ist sich die 50-Jährige sicher, es sei ein bisschen wie mit dem

Vorher-Nachher-Vergleich bei einer Typberatung.

Tipps kamen wie gerufen Ohne die sachkundige Hilfe der IgB wäre das Ehepaar trotz vieler eigener Ideen und Vorstellungen wohl nicht glücklich geworden. Sie selbst hätten so einige Fehler gemacht, gibt Wolf Bredow zu, „dieses Wissen geben wir gerne weiter“. Bei

einer Kontaktstelle vor Ort würden die IgB-Mitglieder eine bessere Beratung finden, ergänzt Ulla Grünewald: „Wenn sie ein Problem haben und nicht gleich den Architekten anrufen wollen, sind wir für sie da.“ Es ist ihnen wichtig zu zeigen, dass eine umfangreiche Restaurierung nicht nur bei großen Projekten und mit viel Geld möglich ist. Mit Problemen hatte das Ehepaar selbst genügend zu kämpfen. „In jedem Jahr haben wir uns einen Bauabschnitt vorgenommen“, sagt Wolf

Bredow. In Eigenleistung, denn die Berufsanfänger mussten Geld sparen. Wie gerufen kamen die vielen Tipps durch die IgB.

Auf einer Baustelle gelebt

Durch bauliche Sünden – wie dem Kassettenputz mit Zementmörtel – waren viele Riegel des zirka 283 Jahre alten Hauses auszutauschen. „Das Haus war in einem wirklich schlimmen Zustand, aber trotz allem bewohnbar“, erinnert sich Ulla Grünewald. In mühevoller Kleinarbeit begann das Ehepaar mit der Sanierung. „In den ersten sieben Wochen haben wir Einbauten aus den 1930er-Jahren entfernt“, sagt Ulla Grünewald, „danach sind wir auf die Baustelle gezogen“.

Gemäuer mit gemütlicher Atmosphäre

Viel Wert hat sie darauf gelegt, natürliche Baustoffe zu verwenden. „Dadurch haben wir ein gutes Raumklima und es ist richtig gemütlich“, schwärmt Ulla Grünewald. Für sie kommt ein Umzug in einen Neubau nicht in Frage: „Diesen Häusern fehlt oft die gemütliche Atmosphäre.“ Am Sonntag, 19. Juni, 15 Uhr bietet sie mit ihrem Mann einen Stadtrungdgang zum Thema „Fachwerk: Traum oder Trauma? an. Treffpunkt ist vor dem Historsichen Rathaus in Wiednebrück am Stadtmodell