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Kontaktstelle Extertal

Wir sind im April 2012 IgB-Kontaktstelle geworden!

Wir, das sind mein Mann Frank Kunde, Maurer- und Lehmbauer, und ich, Annett Kunberger, Zimmerin, Tischlermeisterin, Bautechnikerin für Altbauerhaltung & Denkmalpflege und seit 2010 auch Gebäudeenergieberaterin. Mein Mann und ich sind im Bereich der Altbausanierung seit 2005 bzw.1998 selbständig. Unsere berufliche Laufbahn begannen wir, mein Mann beim Lehmbaupionier und Architekt Rainer Kodalle in Hundlosen, ich mit einer klassischen Schreinerlehre in einem ökologischen Vollholzbetrieb bei Stuttgart.

Uns beide hat die traditionelle Wanderschaft sowohl zusammen, als auch die Vorliebe fürs Sanieren von Altbauten gebracht. Die Verwendung traditioneller Baumaterialien und –techniken ist der Schwerpunkt unserer Wanderschaft und der Jahre danach gewesen. Inzwischen, nach einigen Weiterbildungen und Praxiserfahrung, sind auch wir im modernen Sanierungs- und Dämmalltag eines Handwerksbetriebes angekommen und kombinieren alt und neu, je nach Bedarf von Bauleuten, Haus, Bautechnik und Kostenrahmen. Wir legen Wert auf offene Zusammenarbeit und Austausch auf vielerlei Ebenen, ob mit Handwerkern, Architekten, oder Mitarbeitern der zuständigen Denkmalschutzbehörden,  des Westfälischen Freilichtmuseums und anderen Fachleuten.

Unser Schwerpunkt ist inzwischen die Betreuung von Eigenleistung der Bauherren bei der Sanierung ihrer Häuser, da sich bei Innendämmarbeiten,  Putzarbeiten mit Lehm, Bruchsteinarbeiten, Dachausbauten und Fachwerksanierungen eine Menge Arbeit mit Anleitung durch Fachleute, selber durchführen lässt. Wichtig ist offene und kollegiale Zusammenarbeit aller am Projekt Beteiligen, ob Bauleute, Fachberater, Helfer und Firmen. Ein offener freundlicher Umgang mit möglichst guter Informationsweitergabe und Dokumentation ist manchmal das größere Kunstwerk auf Sanierungsbaustellen. Andererseits biete ich inzwischen auch die „Katze im Sack“ oder das sprichwörtliche „Fass ohne Boden“ im Vorfeld  eines Kaufs / einer Sanierung zu begutachten und einzuschätzen.

Das heißt konkret, wir untersuchen, beraten, erstellen Maßnahmelisten und  Sanierungskonzepte und machen Kostenschätzungen, die sich am niedrigstmöglichsten aber tatsächlichen bautechnischen Bedarf und nicht am Wunschdenken der Bauleute versuchen zu orientieren.  Wir haben beide auf Wanderschaft einige Sanierungsbaustellen ohne Planung und Konzept erlebt, die in Chaos, Geldmangel und  Familienstreit endeten.

Mir ist der IgB seit Wanderschaft ein Begriff,  auf Seminaren lernte ich Julius Kraft,  und andere IgB-ler kennen. Dann hörte ich lange wenig, bis ich durch Wolfgang Riesner vor einiger Zeit erneut auf den IgB aufmerksam wurde. Ich habe den Verein neu, als einen erstaunlichen Pool und ein erfreuliches Netzwerk von leidenschaftlichen Altbaufans und Fachleuten vielerlei Couleur kennen gelernt. Und wir sind Mitglieder geworden. Ich bin immer wieder erfreut, in welchen Zusammenhängen ich auf IgB-Mitglieder treffe: im Umfeld und im Freilichtmuseum, bei Seminaren, Fachtagungen und privaten Treffen im beruflichen Umfeld.

Um unsere langjährige Erfahrung am eigenen Bau einzusetzen, haben wir letztes Jahr endlich eine eigene „Baustelle“ erworben. Der Resthof Reine12, ein regionaltypischen Vier-Ständerbau, der einiges an zerstörerischen Umbauten über sich ergehen lassen musste. Im Moment sind wir dabei, Haus und Nebengebäude aufzunehmen, Dokumentationen anzufertigen und nach Bauakten zu forschen.

Daneben besitzen wir noch einen wunderschönen, denkmalgeschützten Gasthof, leider in beklagenswertem Zustand. Diesen haben wir „als Notfall“ übernommen, er wäre sonst teilweise abgetragen worden. Dieser Bau von 1760 ist von nachkriegstypischen Umbauten so gut wie verschont geblieben, eine Dorfbühne mit Saal und Wandmalereien aus dem 19.Jahrhundert sind noch erhalten,  so dass sich eine fundierte Untersuchung der Bausubstanz anbietet. Heinrich Stieve hat mir schon mal sein Interesse angemeldet. Das Projekt liegt aber im Moment noch brach und wartet auf seine Umsetzung.  Ich könnte mir aber auch gut vorstellen, dass wir beispielsweise zum Thema „Sinnvolle Umnutzung“ auf regionaler Ebene ein Treffen vor Ort durchführen. Vielleicht finden sich aber auch Interessierte und Kundige zum Thema „Gasthäuser“, es gibt dort noch einiges zu sichten.

Häuserretten ist und bleibt unsere Leidenschaft. Menschen ihr Haus näher bringen und bei Ihnen sowohl bautechnisches als auch historisches Verständnis für die Besonderheiten ihres Gebäudes wecken. Wenn wir mit unserer Arbeit zum größeren Verständnis für alte Bausubstanz beitragen, passende Leute zu passenden Häusern finden,  Mut zur Sanierung eines „alten Schätzchens“ machen und viele Kontakte und Wissen vermitteln können,  sind wir mehr als zufrieden.

Herzliche Grüße aus dem Nordlipper Bergland

Annett Kunberger und Frank Kunde

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