Kontaktstelle Unbesandten

Der gemeinnützige Verein BBM e.V. bietet eine Kontaktstelle der besonderen Art an. Um die Struktur des Vereins und die Möglichkeiten, die ihr Hof bietet, besser verstehen zu können, zunächst einige Worte zum Namen.

BBM bedeutet "Beobachter der Bediener von Maschinen" und ist der Name einer Künstlergruppe, die seit 1989 besteht. BBM sind spezialisiert auf hightech Kunstprojekte und arbeiten mit Robotern in Ausstellungen und Theaterstücken. Ihr bislang bekanntestes Projekt war die "Szenographie" (Gestaltung) des Themenparks "Wissen" auf der Weltausstellung "Expo 2000" in Hannover: 72 Roboter, die wie ein Tierschwarm frei durch einen Raum fuhren und dabei Videos zeigten.

Im Rahmen der heute üblichen Verdrängung von Künstlern aus der Großstadt suchten BBM 2011 nach einem neuen Standort auf dem Land, wo sie dauerhaft bleiben und arbeiten konnten. Es ergab sich die Möglichkeit, einen großen Hof mit vier Gebäuden an der Elbe in der sog. Lenzerwische in der Westprignitz zu übernehmen.

Da BBM aus ihrer künstlerischen Praxis mit der Beschaffung von Fördermitteln eng vertraut waren, scheuten sie sich nicht, die Sanierung der maroden Gebäude aus EU-Mitteln anzugehen: ein komplexes administratives Unterfangen. Zu der Initialförderung durch Landkreis und Deutsche Stiftung Denkmalschutz kamen so ab 2012 Mittel aus dem LEADER-Topf, ausgereicht über das brandenburgische LELF und eine weitere Summe aus dem Denkmalschutz-Sonderfördermitteln des Bundes (BKM) hinzu. Dennoch fielen Tausende von Stunden unbezahlter Eigenleistung an, die die Vereinsmitglieder leisten mussten, um das Projekt abzuschließen. Dies öffnete dem Verein, der zuvor niemals mit historischem Baubestand zu tun hatte, die Augen für die Besonderheiten und Vorzüge traditioneller Bauweisen mit Reet, Lehm und Hanf, aber auch der Heizsysteme wie Grundofen, Wandheizung und Hypokausten.

Das Engagement lohnte sich: Der Verein erhielt 2016 den Brandenburgischen Denkmalpflegepreis.

Im Rahmen der Arbeit als Kontaktstelle können BBM heute nicht nur Räume in den ehemaligen Stuben ihres Niederdeutschen Hallenhauses von 1729 für Treffen zur Verfügung stellen. Sie bieten auch Beratung zu den oben erwähnten Themen an.

Februar 2019

Foto: Karsten Stange