Bemerkenswerte Bauernhäuser in den Grafschaften Hoya und Diepholz

Bemerkenswerte Bauernhäuser in den Grafschaften Hoya und Diepholz
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Photographien 1943-44 von Fritz Böse

In seinen Photographien ging es Böse offensichtlich um die Darstellung einer unversehrten Ganzheit originären Bauerntums - der Sichtweise der Heimatschutzbewegung der 1920er Jahre und auch der nationalsozialistischen Ideologie. In seiner Dokumentation konzentrierte er sich weitgehend auf möglichst vollständig erhaltene Gebäudeensemble. Höfe mit nur wenig erhaltener ursprünglicher Bausubstanz ließ er weitgehend unberücksichtigt.

Neben den Gebäuden selbst gibt es Detailaufnahmen von Giebelschmuck, Vorschauern mit Düssel und Heckpforten, Fenstern, Brunnen und Sodwippen, Göpel, Ackerwagen, Misthaufen und vieles mehr aus der Zeit der noch nicht mechanisierten Landwirtschaft.

Fritz Böse vermeidet in seinen Fotografien konsequent die Abbildung moderner landwirtschaftlicher Geräte, die wahrscheinlich auf etlichen Höfen bereits vorhanden waren, und formt damit ein weltanschaulich vorgeprägtes Bild einer scheinbar heilen bäuerlichen Welt. Aber gerade diese Essenz, die Reduktion auf Landschaft, Haus und Mensch schafft die spezifische Faszination seiner Bilder.

Mitunter kann Geschichte aber auch sehr ironisch sein. Für die von Böse fotografierten Häuser interessierte sich entgegen der Befürchtungen der Nationalsozialisten kein alliiertes Bombergeschwader. Die Zerstörung begann erst nach dem Krieg – mit Bagger und Abrissbirne – um Platz zu schaffen für meistens gesichts- und geschichtslose Bauten.

Fritz Böse (Photographien), Ralf Vogeding und Heinz Riepshoff (Text), 239 Seiten, Museum des Landkreises Diepholz (Hrsg.), 2016