Mitglieder der Interessengemeinschaft Bauernhaus bei Mitgliedertreffen im Wendland 2018 © Christine Kohnke-Löbert, Interessengemeinschaft Bauernhaus

Erweiterter Vorstand & Ehrenmitglieder

Zum erweiterten Vorstand zählen die Mitglieder des Bundesvorstandes sowie die IgB-Landesbauftragten und weitere kooptierte Mitglieder für besondere Themen.

Die Landesbeauftragten

Landesbeauftragte sind auf Basis der IgB-Satzung Mitglieder des erweiterten Vorstands. Sie werden vom Vorstand berufen und wieder abberufen.

Die Landesbeauftragten berichten dem Vorstand über die Entwicklungen denkmalpolitischer Themen in ihrem Bundesland, über gefährdete Denkmale genauso wie über wichtige und gelungene Sanierungsprojekte sowie über Veranstaltungen zur Baukultur und zu Kulturlandschaften. Sie agieren auf Augenhöhe mit den auf Landesebene organisierten Institutionen im Bereich der Kultur und des Denkmalschutzes in der Verwaltung, in öffentlichen Einrichtungen und in der Politik. Mit den Landesbeauftragten stärkt die IgB im jeweiligen Bundesland ihre Position gegenüber den Behörden, den Institutionen und der Politik. Voraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit als Landesbeauftragte oder Landesbeauftragter ist eine fundierte Fachkompetenz und eine gute Vernetzung in diesen Bereichen.

Als Vertreter des Bundeslandes gegenüber dem Vorstand kommunizieren die Landesvertretungen mit den Außen- und Kontaktstellen und unterstützen sie.

Landesbeauftragte für Bayern: Dr. Birgit Angerer

Bis Ende 2019 arbeitete ich am Oberpfälzer Freilandmuseum, zuerst zuständig für Museumspädagogik und Öffentlichkeitsarbeit, seit 2007 als Museumsleiterin. Täglich hatte ich die wunderschönen Bauten aus allen Teilen der Oberpfalz vor meinen Augen, die leider nicht mehr da stehen, wo sie hingehören, sondern als letzter Ausweg, vor dem endgültigen Aus, in das Museum transloziert wurden.


Den ländlichen Bauten fehlt die Lobby, die in Städten oft vorhanden ist und mit großem Engagement das Schlimmste verhindern kann. Auf dem Lande dagegen fehlt vielfach die Begeisterung für das „alte Glump”, wie es auf bayerisch heißt.

In der Oberpfalz haben wir deshalb den Arbeitskreis „Heimat, deine Bauten” gegründet, der alle zwei Jahre ein Symposium organisiert, welches sich mit den Problemen der alten Bausubstanz im ländlichen Raum beschäftigt und vor allem auf gute Lösungen aufmerksam machen will. Als Kunsthistorikerin und Volkskundlerin bin ich überzeugt, dass wir, um unsere Geschichte verstehen zu können, anschauliche Objekte brauchen und nicht nur schriftliche Quellen. Letztere fehlen meist bei den Familien, die sich mit Handwerk oder Landwirtschaft ihr Brot verdienten. Da ist es besonders wichtig, dass ein Haus von ihren Lebensgewohnheiten erzählen kann.

Es ist mir wichtig, unsere Anliegen mit anderen Organisationen zu vernetzen. Seit 2019 bin ich Kreisheimatpflegerin im Landkreis Schwandorf und seit 2020 bin ich eine der drei Sprecher*innen des Denkmalnetz Bayern. In meiner Heimatstadt Regensburg bin ich Mitglied der Altstadtfreunde und es AK Kultur, sowie Vorsitzende des Förderkreises der Museen der Stadt Regensburg. Zusammen mit meinem Ehemann, Dr. Josef Paukner, beschäftige mich daher viel mit der Geschichte, aber auch mit der Zukunftsplanung unserer Stadt.

Dr. Birgit Angerer, August 2021

Dr. Birgit Angerer © Interessengemeinschaft Bauernhaus

Dr. Birgit Angerer

Altdorferstraße 1

93049 Regensburg

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Landesbeauftragte für Berlin Brandenburg: Dr. Frauke Streubel

Nachdem mein Mann und ich 1998 vom Ruhrgebiet nach Berlin gezogen waren, brauchte es einige Jahre, doch dann war der Entschluss klar: Als Gegenstück und Ausgleich zu unserem Leben in der Großstadt kauften wir 2002 ein altes Bauernhaus mitten in den Feldern im Berliner Umland, welches wir seitdem als Wochenend- und Ferienhaus nutzen und nach und nach restaurieren.

Dabei ist das Haus gar nicht wirklich alt, sondern ein so genanntes Neubauernhaus (als Wohn-Stall-Haus) von 1948, das wie so viele andere nach dem Krieg im Stil der 30er-Jahre gebaut wurde, um Wohnraum für Vertriebene zu schaffen. Wir haben uns bemüht, ihm sein ursprüngliches Gesicht zu erhalten bzw. wieder zu geben und es mit seinem Garten harmonisch in die offene Feldlandschaft einzufügen.

In Berlin leben wir in einer Altbauwohnung im Prenzlauer Berg. Dort sehe ich oft mit Bedauern, dass, wenn Nachbarhäuser total saniert werden, sämtliche alten Kastendoppelfenster herausgerissen und durch moderne Fenster mit ihren plumpen Profilen ersetzt werden.

Seit 2004 bin ich Mitglied in der Interessengemeinschaft Bauernhaus. Als Landesbeauftragte für Berlin und Brandenburg möchte ich einen Beitrag dazu leisten, das Anliegen der IgB in der Region Berlin / Brandenburg bekannter zu machen, den Kontakt zwischen den verschiedenen Akteure, interessierten Laien und der Presse herzustellen bzw. zu intensivieren und eine Plattform für gemeinsame Unternehmungen zu schaffen. Ein mit den Aktivitäten der IgB in Niedersachsen vergleichbares Angebot gibt es bislang in der Region rund um Berlin nur punktuell. Deshalb möchte ich dazu beitragen, den Kontakt zwischen den Akteuren zu verstetigen und vor allem den Gedanken des Bewahrens gewachsener Kulturlandschaft und der sie prägenden historischen Bauten breiteren Bevölkerungsschichten zugänglich zu machen.

Dr. Frauke Streubel, Berlin und Brandenburg

Dr. Frauke Streubel © Interessengemeinschaft Bauernhaus

Dr. Frauke Streubel

Winsstr. 2

10405 Berlin

Telefon: 030 440332891

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Landesbeauftragte für Niedersachsen: Heinz Riepshoff und Manfred Röver

Mein Name ist Heinz Riepshoff, ich bin 65 Jahre alt, verheiratet und habe zwei erwachsene Kinder. Bevor ich Vollzeit-IgBler wurde, also Rentner, war ich als gelernter Schriftsetzer in verschiedenen Tätigkeiten in Druckereien beschäftigt.

Etwa zwei Jahre nach Gründung der IgB wurde ich vom Gründungsvater der IgB, Julius Kraft, als Mitglied geworben. Das geschah eher widerwillig, weil ich mit Vereinsklüngelei nichts am Hut hatte. Außerdem hatte ich mit meinem Beruf und der Restaurierung eines Hofes bei Syke genug zu tun. Damals wusste ich nicht, dass die IgB der Verein meines Lebens werden würde. Als Außenstelle im Raum Syke hatte ich viel Kontakt mit Julius Kraft. Er fragte mich 1983, ob ich Geschäftsführer der IgB werden wollte. Ich wollte, es folgten Jahre als Geschäftsführer sowie in anderen Positionen im Vorstand. Vor 12 Jahren wurde ich der erste Landesbeauftragte, in meinem Fall für Niedersachsen. Aus meiner Sicht sind die IgB-Landesbeauftragten nicht nur unerlässlich, sondern sollten zukünftig viel stärker in die Organisation eingebunden werden. Das gleiche gilt für die Außen- und Kontaktstellen, die gewissermaßen die Triebfedern aller IgB-Aktivitäten vor Ort sind. Sie zu stärken und noch mehr zu motivieren als in der Vergangenheit, muss ein Hauptziel der Vorstandsarbeit sein.

IgBler zu sein, bedeutet nicht automatisch, Hausforscher zu sein. Die ersten 20 Jahre meines IgB-Lebens habe ich über die „Löchergucker“ den Kopf geschüttelt, weil ich es so genau gar nicht wissen wollte. Mit meinem Umzug nach Verden und den großen Speichern der Wesermarsch vor der Tür hat es mich nun doch erwischt. Es dauerte zwei Jahre, bis ich mit der IgB zusammen das Buch über die „Speicher und Backhäuser in der Grafschaft Hoya“ herausbrachte. Neben vielen Veröffentlichungen folgte vor neun Jahren die Gründung des „Bauernhausarchivs für die Grafschaften Hoya und Diepholz“. Seitdem kann ich gar nicht lange genug auf irgendwelche Löcher im Fachwerk schauen und darüber nachdenken, wie wohl eine Veränderung in einem Fachwerkgerüst zustande gekommen ist. Für mich ist Hausforschung eines der größten und vielleicht letzten Abenteuer der Zivilisation. Was für ein Glück, in einem alten heruntergekommenen Gebäude zu stehen, in dem seit mindestens 50 Jahren kein Mensch etwas verändert hat und darüber nachdenken zu dürfen, wie dort die letzten drei, vier oder gar fünf Jahrhunderte Menschen gewohnt und gewirtschaftet haben. Wer das Gespräch mit mir sucht und beim Telefonieren auf meine Frau Hedda stößt, kann getrost auch sie fragen. Sie weiß Vieles so gut wie ich, weil uns alles, was wir an unseren vielen Gebäuden gelernt und erlebt haben, gemeinsam voran gebracht hat. Das ist ein großes Glück für mich.

Heinz Riepshoff

Heinz Riepshoff, © Interessengemeinschaft Bauernhaus

Heinz Riepshoff

An der Dekanei 8

27283 Verden (Aller)

Telefon: 04231 3384

frkstrblgbrnhsd

Mein Name ist Manfred Röver, geb. 1951 in Ohndorf / Schaumburger Land. Ich bin verheiratet und Vater zweier erwachsener Söhne. Gemeinsam mit meiner Frau lebe ich seit 1981 wieder in meiner alten Heimat, in einem damals bereits seit 20 Jahren leer stehenden Resthof.

Bereits während meines Bauingenieur-Studiums wurde mir klar, dass ich mich aus ökologischen Gründen für den Erhalt von Altbauten einsetzen werde – einer Fachdisziplin, die damals noch nahezu exotisch war. Dies hatte zur Folge, dass ich mich Jahre lang in erheblichen Maße autodidaktisch – auch handwerklich - fortbilden musste, beispielsweise den Baustoff Lehm betreffend. Seit 1985 betreibe ich ein Planungsbüro für Altbausanierung und Baudenkmalpflege. Zu meinen Arbeitsschwerpunkten zählen seitdem die Wiederentdeckung des Baustoffs Lehm und die Modernisierung (speziell: verträgliche energetische Sanierung) von Fachwerkhäusern. 1986 wurde ich Mitglied in der IgB und gründete 1989 die Außenstelle Schaumburger Land, die seitdem regelmäßig Veranstaltungen organisiert und Lobbyarbeit betreibt.

Eine besondere Herausforderung entstand Mitte der 1990er Jahre mit dem Entschluss, für den Erhalt des alten Schulhauses in meinem Wohnort Soldorf zu kämpfen. Dies Objekt entwickelte sich in den Folgejahren zum Lernort auch über die Grenzen unserer Außenstelle hinaus. Insofern war es nahezu folgerichtig, nach der Sanierungsphase in diesem Gebäude die „Beratungsstelle für Ländliche Baukultur“ einzurichten, die von unserer IgB-Außenstelle betrieben wird und eine wöchentliche Sprechstunde sowie regelmäßig Fachvorträge und Praxis-Seminare anbietet. Finanziert wird diese Einrichtung seitdem von Sponsoren, d.h. kleinen bis mittleren Handwerksbetrieben aus der Region.

Manfred Röver, © Serpil Gausmann

Manfred Röver

Am Salinenplatz 3

31552 Apelern OT Soldorf

Telefon: 05723 3845

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Im Lauf der Zeit wurden mir weitere ehrenamtliche Funktionen in unserem Landkreis angetragen, z.B. leite ich seit 1997 die AG „Regionale Architektur & Kulturlandschaft“ der Schaumburger Landschaft. 2001 wurde ich gemeinsam mit meinem Kollegen Volker Wehmeyer (ebenfalls IgB-Mitglied) zum ehrenamtlich Beauftragten für Baudenkmalpflege ernannt. Ich bin zudem Projektkoordinator des Baukulturdienstes Weser-Leine.

Manfred Röver

Landesbeauftragte für Nordrhein-Westfalen: Hajo Meiborg und Wolfgang Riesner

Die Vorstellung von Hajo Meiborg, der auch Bundesvorsitzender der IgB ist, und von Wolfgang Riesner, den 2. stellv. Bundesvorsitzenden, finden Sie hier.

Kooptiertes Mitglied 

Kulturlandschaft: Gabriele Höppner

Warum eine Arbeitsgemeinschaft „Kulturlandschaft in der Interessengemeinschaft Bauernhaus“? lesen Sie hier...


Gabi Höppner, © Wolf-Karsten Stange

Gabriele Höppner

Heilbronner Str. 13

10779 Berlin

Telefon: 030 2137168

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Ehrenmitglieder

Ehrenvorsitzender: Julius H.W.Kraft (verst.)

Julius H. W. Kraft wurde am 3. Januar 1917 in Bremen geboren. 1959 kaufte er eine aufgelassene Köthnerstelle in Kirchseelte und nutzte sie im denkmalpflegerischen Sinne um. Viele Instandsetzungsarbeiten und Erhaltungsmaßnahmen wurden in Eigenleistung durchgeführt, da es zu dieser Zeit im ländlichen Raum kaum Handwerker gab, die ein altes Haus fachgerecht hätten in Ordnung bringen können (wollen).

1973 gründete Kraft mit 75 Bauernhausfreunden die Interessengemeinschaft Bauernhaus e. V., die inzwischen ca. 6 000 Mitglieder hat. 1975, im Denkmalschutzjahr, brachte er das Mitteilungsblatt „Der Holznagel” auf den Weg.
Der Holznagel verbindet, Der Holznagel hält zusammen, Der Holznagel hält fest.
Jahrzehntelang leitete Julius H. W. Kraft die Redaktion und trug mit seinen Beiträgen in hohem Maße zur zurückgewonnenen Wertschätzung für alte Bausubstanz und deren Erhalt bei. Seine Erfahrungen gab er zudem viele Jahre mit Beratungen und Bildvorträgen weiter.

Julius H. W. Kraft (†) © Interessengemeinschaft Bauernhaus

1978 konnte er vor dem Europarat in Paris über die IgB berichten. 1980 wurde er in Lübeck vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz mit der höchsten Auszeichnung, dem Deutschen Preis für Denkmalschutz, ausgezeichnet.
1982 konnte Julius H. W. Kraft vor der EUROPA NOSTRA in Straßburg einen Diavortrag über die Bemühungen der IgB halten. Es ging ihm um das kulturelle Erbe und ein spezielles Denkmalschutzjahr für den ländlichen Raum. 1991 verlieh ihm die Oldenburgische Landschaft die Landschaftsmedaille.

Anläßlich des 75. Geburtstages des Initiators der Interessengemeinschaft Bauernhaus e. V. stiftete die IgB am 3.1.1992 den Julius-H.-W.-Kraft-Preis. Dieser Preis wird in regelmäßigen Abständen vergeben. Bewerben können sich auch Nichtmitglieder, die sich mit Wort, Bild oder Tat speziell im ländlichen Raum um den Erhalt von Ortsbildern und alter Bausubstanz verdient gemacht haben.

Ehrenmitglied: Dr. Christiane Segers-Glocke

Der Vorstand der Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V. (IgB) hat auf seiner Sitzung in Husum am 26.9.2008 beschlossen, Frau Dr. Christiane Segers-Glocke die Ehrenmitgliedschaft der Interessengemeinschaft Bauernhaus zu verleihen. Die Urkunde wurde ihr am 30.9.2008 durch den Bundesvorsitzenden der IgB, Dr. Dietrich Maschmeyer, überreicht. Frau Dr. Segers-Glocke hat sich als Denkmalpflegerin und besonders als Niedersächsische Landeskonservatorin in beispielhafter Weise für die Interessen der privaten Besitzer von Baudenkmalen eingesetzt, die Zusammenarbeit der Denkmalpflege mit deren Interessenvertretungen nach Kräften gefördert und unterstützt und so wesentlich zu einem nachhaltig guten Verhältnis zwischen Behörden und Denkmalbesitzern beigetragen. Dieses Engagement möchte die IgB mit der Ehrenmitgliedschaft würdigen.

Frau Dr. Segers-Glocke machte die Probleme der privaten Denkmaleigentümer zum Thema eines Niedersächsischen Denkmaltages. In ihrer Arbeit ließ sie sich stets von der Erkenntnis leiten, dass die wesentlichste Grundlage für die Erhaltung von Baudenkmalen die Bereitschaft des Eigentümers ist, daran mitzuwirken.

Dr. Christiane Segers-Glocke, © Interessengemeinschaft Bauernhaus

Frau Dr. Segers-Glocke hat sich nicht nur stets vehement für die Belange der privaten Denkmalbesitzer eingesetzt, sondern immer auch die Arbeit der Interessengemeinschaft Bauernhaus freundlich begleitet und nach Maßgabe ihrer Möglichkeiten unterstützt.Es ist uns als einer der wenigen unabhängig und ehrenamtlich arbeitenden Organisationen im Denkmalschutz eine große Freude, Frau Dr. Segers-Glocke als Dank für diese gute und fruchtbare Zusammenarbeit die Ehrenmitgliedschaft in unserer Organisation zu verleihen. 

Dietrich Maschmeyer

Ehrenmitglied: Hann-Jürgen Hiller

Hann-Jürgen Hiller wurde 1946 in Heiligenrode bei Bremen geboren, er ist seit 1974 Mitglied der IgB und war ab diesem Zeitpunkt viele Jahre lang der Schatzmeister der Interessengemeinschaft.

Als Kind vom Lande faszinieren ihn seit jeher die alten Häuser, so dass es Julius Kraft, dem Gründer der Interessengemeinschaft Bauernhaus, nicht schwerfiel, ihn für eine Mitarbeit zu bewegen. Hann-Jürgen Hiller ist stolz auf die Entwicklung der IgB vom kleinen regionalen Verein in Niedersachsen zur bundesweit größten privaten Gemeinschaft zur Erhaltung alter Bausubstanz.

Hann-Jürgen Hiller, © Interessengemeinschaft Bauernhaus, Bernd Kunze

Ehrenmitglied: Gunnhild Ruben (verst.)

Die IgB war ein Teil von ihr selbst. Gunhild Ruben wurde am 21.2.1984 Mitglied in unserem Verein. Die Gründung der IgB-Außenstelle Südostniedersachsen ist ihrem Engagement zu verdanken. Ihr Engagement erstreckte sich aber nicht nur auf unsere IgB, sondern auch auf andere ehrenamtliche Bereiche. So war die Architektin im Ruhestand Ortsheimatpflegerin für die Braunschweiger Ortsteile Lehndorf und Kanzlerfeld. Dieses Amt hatte sie 24 Jahre lang inne und war damit die dienstälteste Heimatpflegerin der Stadt. Gründlich und hartnäckig, wie sie war, hat sie im Zusammenhang mit dieser Tätigkeit auch viel Zeit im Niedersächsischen Staatsarchiv in Wolfenbüttel verbracht. Alte Schriften zu lesen war für sie kein Problem. Diverse Veröffentlichungen und Vorträge über die Braunschweigische Landwehr und ihre Türme sowie die Erforschung geschichtlicher Besonderheiten einzelner Gebäude in Lehndorf resultierten daraus. Im Zuge ihrer Recherchen über die Erweiterung Alt-Lehndorfs in den 1930er Jahren und die Besonderheiten des Baus der Wichern-Kirche in diesem Ortsteil war sie über einen besonderen Schriftverkehr gestolpert – und ließ nicht mehr locker. Auf dieser Basis veröffentlichte Gunnhild 2004 ein viel diskutiertes Buch über die Besonderheiten der Einbürgerung Adolf Hitlers.„Ganz nebenbei” stöberte sie auch noch für diverse IgB-Mitglieder in „Feld-, Wald- und Wiesenbeschreibungen“, alten Kartenwerken und anderen Schriften, um Informationen über ländliche Häuser zu finden. Auch dieses Engagement soll nicht vergessen werden.Gunnhild Ruben fehlt uns als unverwechselbare, immer hilfsbereite, aber gern auch unbequeme Persönlichkeit.

Dank einer Spende aus dem Testament von Gunnhild Ruben kann der Julius H.-W.-Kraft-Preis seit 2015 wieder ausgelobt werden.

Stefan Haar

Gunnhild Ruben (†) © Interessengemeinschaft Bauernhaus, Bernd Kunze
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